Politik

Gehör für "Lieblingspräsidenten" Trump startet eigenes Online-Netzwerk

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Sein Twitter-Konto ist immer noch gesperrt, deshalb will Trump nun ein eigenes Netzwerk an den Start bringen.

(Foto: imago images/Everett Collection)

Jahrelang hält Donald Trump seine Anhängerschaft via Twitter bei Laune, wichtige Entscheidungen verkündet er ebenfalls bevorzugt über die Plattform. Nach der Sperrung seines Accounts wird spekuliert, er werde ein eigenes Netzwerk aufbauen. Jetzt scheint es so weit zu sein.

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump will in Kürze sein eigenes Online-Netzwerk an den Start bringen. Truth Social heiße die Plattform, mit der er "der Tyrannei" der großen Tech-Konzerne die Stirn bieten werde, erklärte Trump. Eine Testversion für ausgewählte Nutzer soll demnach im November online gehen. Anfang nächsten Jahres werde dann die Vollversion der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

"Wir leben in einer Welt, in der die Taliban eine große Präsenz auf Twitter haben, aber euer amerikanischer Lieblingspräsident wurde zum Schweigen gebracht", führte Trump aus. "Das ist inakzeptabel." Hinter der angekündigten Plattform stehe ein neues, börsennotiertes Unternehmen, das aus der Fusion der Trump Media & Technology Group (TMTG) und Digital World Acquisition (DWAC) hervorgehe, wenn die Aufsichtsbehörden und die Aktionäre zustimmen, heißt es in der von beiden Partnern verbreiteten Presseerklärung. TMTG soll demnach auch einen Videodienst an den Start bringen, der sich auf politisch nicht korrekte Unterhaltungsformate konzentrieren werde.

Trump war während seiner Amtszeit in den Online-Netzwerken höchst aktiv, insbesondere auf Twitter. Nach der Erstürmung des Kapitols während der förmlichen Bestätigung des Wahlsiegs seines Herausforderers bei der Präsidentschaftswahl, Joe Biden, wurde ihm vorgeworfen, die Menschen online angestachelt zu haben. Die wichtigsten Netzwerke blockierten daraufhin seine Profile. Facebook, wo Trump 35 Millionen Follower zählte, verbannte den Republikaner am 7. Mai auf unbestimmte Zeit. "Wegen des Risikos weiterer Aufstachelung zur Gewalt" machte auch Twitter kurze Zeit später Trumps Account mit fast 89 Millionen Followern dicht. Es folgten Youtube, Instagram, Snapchat und weitere.

Erster Blog-Versuch scheiterte

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Seitdem sucht Trump nach Möglichkeiten, seine ehemalige Reichweite über die Online-Netzwerke zurückzugewinnen. Mit Klagen gegen die Tech-Konzerne war er bislang nicht erfolgreich. Eine Zeit lang versuchte der Ex-Präsident seine Anhängerschaft über einen eigenen Micro-Blog bei Laune zu halten. Auf einem Unterbereich seiner Webseite gab es unter dem Titel "From the Desk of Donald J. Trump" ("Vom Schreibtisch von Donald J- Trump") kurze Beiträge und Pressemitteilungen zu lesen. Das Projekt wurde allerdings nach wenigen Wochen wieder eingestellt.

Trumps ehemaliger Berater Jason Miller gründete Anfang des Jahres das Online-Netzwerk Gettr, dem Trump bislang jedoch nicht beigetreten ist. Kurz nach der Ankündigung von Truth Social, gratulierte Miller seinem Ex-Chef zum "Wiedereinstieg in die sozialen Medien". "Jetzt werden Facebook und Twitter noch mehr Marktanteile verlieren", erklärte er.

Quelle: ntv.de, ino/AFP/rts

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