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Erdogan verlangt Auslieferung Türkei übergibt Merkel "Terrorliste"

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Demonstranten protestieren in Berlin gegen die Inhaftierung von Journalisten in der Türkei.

(Foto: REUTERS)

Wer Präsident Erdogan kritisiert, gerät schnell ins Visier des türkischen Staates. Ankara übergibt Kanzlerin Merkel eine Liste mit 69 angeblichen Terroristen, die Deutschland ausliefern soll. Unter ihnen: der Journalist Dündar. Sein Vergehen: ein Zeitungsbericht.

Vor dem Besuch des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan in Deutschland soll Bundeskanzlerin Angela Merkel eine "Terrorliste" mit 69 Namen übergeben worden sein. Dies berichtet die regierungsnahe Zeitung "Yeni Asir". Aufgelistet seien Menschen, die in der Türkei wegen Terrorvorwurfs gesucht werden und in Deutschland Zuflucht gefunden haben. Die Türkei fordere "dringend" die Auslieferung der 69 Personen. Zu ihnen gehört offenbar auch der Erdogan-kritische Journalist Can Dündar.

Nach Informationen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" ging am Montag eine entsprechende Verbalnote zu Dündar beim Auswärtigen Amt ein. Darin bittet die türkische Botschaft um Festnahme und Auslieferung von Dündar wegen Spionage, Verrat von Staatsgeheimnissen und Propaganda. Der 57-jährige Dündar war wegen eines Artikels zu Waffenlieferungen des türkischen Geheimdiensts nach Syrien zu fünf Jahren und zehn Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden und lebt deswegen seit mehr als zwei Jahren in Deutschland im Exil.

Dündar, der früher Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung "Cumhuriyet" war, erklärte inzwischen, nicht an einer Pressekonferenz von Merkel und Erdogan teilnehmen zu wollen. Zuvor hatte die Türkei gedroht, die geplante Pressekonferenz platzen zu lassen, sollte Dündar daran teilnehmen. "Ich habe entschieden nicht daran teilzunehmen", sagte Dündar auf seinem eigenen Medienportal.

Neben Dündar stehen offenbar auch ein bekannter Akademiker und mutmaßliche Putschisten, wie Adil Öksüz auf der "Terrorliste". Schon im Juni hatte die Türkei von Deutschland Informationen über den Aufenthaltsort von Öksüz erbeten. Dieser soll ein enger Vertrauter des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen sein, den die türkische Führung für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich macht. Die Liste mit den angeblichen Terroristen soll auch genaue Adressdaten der Betroffenen und Fotos enthalten, die die Gesuchten beim Betreten und Verlassen ihrer Häuser zeigen.

Quelle: n-tv.de, ghö/dpa/AFP

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