Politik

"Frust und Angst" in Griechenland UN kritisieren Flüchtlingsunterbringung

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Vor allem die Internierung von Kindern hält der UN-Berichterstatter für nicht hinnehmbar.

(Foto: REUTERS)

Seit Inkrafttreten des Flüchtlingspakts mit der Türkei internieren die griechischen Behörden alle neu Ankommenden. Nach einem Besuch fordert der zuständige UN-Sonderberichterstatter ein Ende dieser Praxis.

Der UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte hat den Stopp der Internierung aller Flüchtlinge auf den griechischen Inseln gefordert, die der EU-Türkei-Pakt vorsieht. "Ich rufe Griechenland auf, die Internierungen zu beenden", sagte François Crépeau zum Abschluss einer fünftägigen Visite auf den Ägäis-Inseln. Die EU habe die Festsetzung der Migranten für je 25 Tage verlangt, doch sei dies "unangemessen".

Dem im April in Kraft getretenen Pakt zufolge werden alle Neuankömmlinge auf den Inseln festgehalten, bis ihre Anträge geprüft sind und sie im Falle einer Ablehnung in die Türkei zurückgeschickt werden.

Besonders die Internierung der vielen Kinder sei nicht hinnehmbar, denn sie "dürfen nicht festgenommen werden", sagte Crépeau. Die Bedingungen in den Lagern seien alles andere als optimal, was zu "Frustration und Angst" unter den Migranten führe, klagte der Sonderberichterstatter.

Eine rechtliche Einschätzung legte er nicht vor: Griechische und EU-Gerichte müssten entscheiden, ob der Pakt, der am 20. März in Brüssel beschlossen worden war, "ein effizienter Mechanismus" sei oder ober er "die Menschenrechte verletzt".

Crépeau rief die griechische Regierung auf, dafür zu sorgen, dass die Flüchtlinge über ihr Schicksal und ihre Möglichkeiten informiert werden. Die Schwierigkeit, an verlässliche Informationen zu kommen, sei für die Menschen eine Quelle der Angst, die Behörden müssten deutlich mehr tun.

Quelle: ntv.de, mbo/AFP