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"Unterstützen keinerlei Verbot" US-Waffenlobby macht Rückzieher

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Die NRA sieht im Waffenbesitz ein Zeichen von Freiheit.

REUTERS

Kurz nach dem Amoklauf von Florida deutet die einflussreiche US-Waffenlobby ihre Unterstützung für schärfere Waffengesetze an. Keine zwei Wochen später schaltet die NRA allerdings wieder auf stur und stellt sich gegen jegliche Einschränkungen.

Die einflussreiche US-Waffenlobby NRA rudert zurück und lehnt eine von US-Präsident Donald Trump in Erwägung gezogene Gesetzesverschärfung ab. "Die NRA unterstützt keinerlei Verbot", sagte ihre Sprecherin Dana Loesch dem Sender ABC. Sie forderte außerdem, dass Lehrer und Eltern frei entscheiden sollten, ob Lehrer zum Schutz von Schulen bewaffnet werden.

Trump hatte nach dem Amoklauf an einer Schule in Florida mit 17 Toten signalisiert, das Mindestalter für den Kauf von Waffen anheben und eine Vorrichtung verbieten zu wollen, durch die halbautomatische Waffen ähnlich schnell abgefeuert werden können wie automatische. Auch die NRA machte Andeutungen, sich diesem Verbot von "bump stocks" nicht entgegenzustellen. Eine solche Vorrichtung hatte der Attentäter von Las Vegas mit 58 Toten benutzt.

Im Gegensatz zu automatischen Waffen müssen Schützen bei halbautomatischen Waffen den Abzug nach jedem Schuss erneut betätigen. Durch "bumb stocks" wird diese Einschränkung aufgehoben.

Wirtschaft kappt NRA-Verbindungen

Unterdessen gehen immer mehr US-Großunternehmen auf Distanz zur Waffenlobby. Die zweitgrößte US-Bank, Bank of America, kündigte an, Waffenhersteller unter ihren Kunden auf ihre Verantwortung für die Gesellschaft hinzuweisen. Man wolle wissen, was diese Firmen unternähmen, um der gemeinsamen Verantwortung gerecht zu werden, weitere Amokläufe zu verhindern, teilte das Geldinstitut mit.

Mit Delta und United Airlines kündigten zudem zwei der wichtigsten Fluglinien an, die Bonusprogramme für Mitglieder der NRA zu streichen. In den vergangenen Tagen hatten bereits zahlreiche weitere Unternehmen, darunter der Autovermieter Hertz, der Softwareanbieter Symantec und der Versicherer MetLife, Sonderkonditionen für NRA-Mitglieder gestrichen.

Quelle: n-tv.de, chr/rts/dpa

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