Politik

Auch nach Deutschland USA schicken weitere Soldaten nach Europa

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US-Außenminister Blinken bei seinem Besuch in Litauen.

(Foto: picture alliance/dpa/Pool AFP/AP)

Die USA stärken ihre Truppenpräsenz in Europa. Zusätzliche 500 Soldaten sollen in Deutschland, Griechenland, Polen und Rumänien stationiert werden. US-Außenminister Blinken kündigt zudem an, weitere US-Truppen ins Baltikum zu verlegen.

Die US-Regierung schickt wegen des Ukraine-Krieges weitere 500 US-Soldaten zur Verstärkung ihrer Truppen nach Europa. Der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, sagte im Pentagon, die Soldaten würden nach Deutschland, Griechenland, Polen und Rumänien geschickt. Nach Deutschland kämen rund 300 Soldaten, die "logistische Unterstützung" für bereits dort eingesetzte Truppen leisten sollten. Nach Griechenland würden Flugzeuge zur Luftbetankung mit rund 150 Soldaten verlegt. Etwa 40 Soldaten in Polen und Rumänien sollten Flugoperation in Europa unterstützen. Es handele sich ausschließlich um "defensive Kräfte".

"Dieses zusätzliche Personal wird in Stellung gebracht, um auf das aktuelle Sicherheitsumfeld zu reagieren, das durch Russlands unprovozierten Einmarsch in die Ukraine entstanden ist", sagte Kirby. Aus dem Pentagon hieß es, die Entsendung der zusätzlichen Soldaten sei nicht durch aktuelle Entwicklungen am Wochenende ausgelöst worden, sondern im Zuge der Verstärkungen der US-Truppen in Europa wegen des Konflikts bereits davor geplant gewesen. Insgesamt seien rund 100.000 US-Soldaten in Europa stationiert oder eingesetzt.

US-Außenminister Antony Blinken hat indes eine Verlegung weiterer US-Truppen in das Baltikum angekündigt. In den kommenden Tagen sollen zusätzliche 400 Soldaten in Litauen ankommen, sagte er nach einem Treffen mit seinem Kollegen Gabrielius Landsbergis in Vilnius. Die USA hatten nach dem russischen Angriff auf die Ukraine rund 7000 weitere Soldaten nach Europa verlegt. Ein Teil des Kontingents soll nun in dem baltischen EU- und NATO-Land stationiert werden.

Bei einem Besuch in Lettland sagte Blinken zudem Hilfe zu, um die Cyber- und Energiesicherheit zu stärken. Zugleich versicherte Blinken den baltischen Staaten die Solidarität der USA. Washington sei weiterhin "eisern" dem Artikel 5 des NATO-Vertrags verpflichtet, die Verpflichtung zu gegenseitigem Beistand sei "unantastbar". Daran sollte niemand irgendwelche Zweifel haben, sagte er nahezu wortgleich in Litauen und Lettland. Die USA seien mehr denn je entschlossen, den Baltenstaaten zur Seite zu stehen.

Lettland für permanente Truppenpräsenz

Die USA verlegen seit 2014 im Rotationsverfahren Einheiten für Manöver an die NATO-Ostgrenze. Nach litauischen Angaben sind derzeit etwa 500 US-Soldaten in Litauen stationiert. Auch nach Lettland hatten die USA bereits mehr Truppen entsendet. Dort machte sich Außenminister Edgars Rinkevics bei Blinken für eine permanente US-Truppenpräsenz stark. "Wir machen uns keine Illusionen mehr über das Russland von Präsident Putin. Ich sehe keinen guten Grund, der annehmen lässt, dass Russland seine Politik ändern könnte", sagte er. Alle drei Baltenstaaten grenzen an Russland, Litauen und Lettland zudem an Russlands Verbündeten Belarus.

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"Die sich verschlechternde Sicherheitslage im Baltikum bereitet uns große Sorgen", sagte der litauische Staatspräsident Gitanas Nauseda. Russlands "rücksichtslose Aggression gegen die Ukraine" zeige einmal mehr, dass es eine langfristige Bedrohung für die europäische Sicherheit sei. Blinkens baltische Gesprächspartner sprachen sich für eine weitere Stärkung der NATO-Ostflanke aus. Konkret erhoffen sie sich mehr Unterstützung bei der Luftverteidigung, die als Schwachstelle der drei Baltenstaaten gilt. "Wir arbeiten an diesem Thema", antwortete Rinkevics auf eine entsprechende Frage bei der Pressekonferenz.

Die Vertreter der Regierungen in Vilnius und Riga betonten zudem, dass die Ukraine mit allem unterstützt werden müsse, was sie zur Verteidigung benötige. "Wir können nicht zulassen, dass ukrainische Städte ein weiteres Srebrenica, Grosny oder Aleppo werden. Die Hilfe für die Ukraine muss fortgesetzt werden", sagte Landsbergis.

Quelle: ntv.de, ch/dpa

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