Politik

Neue Militärhilfen für Ukraine USA und Niederlande liefern 90 Sowjetpanzer

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Ukrainische Soldaten führen eine Übung mit erbeuteten russischen T-72-Panzern durch.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Washington schnürt erneut ein militärisches Hilfspaket für die Ukraine. Zentraler Bestandteil sind Dutzende T-72-Panzer sowjetischer Bauart aus Tschechien, die von den USA und den Niederlanden nachgerüstet werden. Ihre Auslieferung soll noch dieses Jahr anlaufen.

Zur Unterstützung der Ukraine in ihrem Abwehrkampf gegen die russischen Angreifer stellen die USA dem Land weitere Militärhilfen im Wert von 400 Millionen US-Dollar zur Verfügung. Das kündigte das US-Verteidigungsministerium in Washington an. Die militärische Unterstützung für Kiew aus den USA belaufe sich damit auf insgesamt 18,9 Milliarden Dollar seit Beginn der Amtszeit von US-Präsident Joe Biden Anfang 2021. Nach Pentagon-Angaben wurde der Großteil an Waffen und Ausrüstung - im Umfang von 18,2 Milliarden Dollar - seit dem russischen Einmarsch Ende Februar zugesagt.

Zu dem neuen Paket gehörten 45 generalüberholte T-72-Kampfpanzer sowjetischer Bauart, sagte die Vize-Sprecherin des Pentagons, Sabrina Singh. Die Panzer kämen aus Tschechien. Die Niederlande wiederum stellten ebenfalls 45 Panzer dieses Typs bereit. Insgesamt würden also 90 T-72-Kampfpanzer an die Ukraine geliefert.

Die trilaterale Vereinbarung mit Tschechien und den Niederlanden zur Lieferung der T-72-Panzer sei ein direktes Ergebnis aus den Beratungen der sogenannten internationalen Ukraine-Kontaktgruppe, über die Waffenlieferungen an das Land koordiniert werden. Das Paket umfasst außerdem die Lieferung von Drohnen und die Instandsetzung von 250 Flugabwehrraketen vom Typ Hawk.

Unterstützungsgruppe am Stützpunkt Wiesbaden

Singh sagte zur Begründung, die Ukraine seien mit den Panzern sowjetischer Bauart vertraut. Die Einführung eines neuen Kampfpanzers auf dem Schlachtfeld wäre dagegen äußerst kostspielig, schwierig und eine große Herausforderung für die ukrainischen Truppen. Einige der T-72-Panzer sollten noch vor Jahresende geliefert werden, die restlichen dann im neuen Jahr. Die Sprecherin kündigte zudem an, zur weiteren Koordinierung der langfristigen Unterstützung für Kiew richteten die USA an ihrem Standort in Wiesbaden eine "Sicherheitsunterstützungsgruppe für die Ukraine" ein. Diese sei dem europäischen US-Kommando unterstellt.

Der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, sicherte der Ukraine bei einem Besuch in Kiew die anhaltende Unterstützung der USA zu. Sullivan traf in der ukrainischen Hauptstadt unter anderem Staatschef Wolodymyr Selenskyj, dessen Berater Andrij Jermak und den ukrainischen Verteidigungsminister Oleksij Resnikow, wie eine Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates des Weißen Hauses mitteilte. Er habe mit seinem Besuch "die unerschütterliche Unterstützung der USA für die Ukraine und ihr Volk bei der Verteidigung ihrer Souveränität und territorialen Integrität unterstrichen".

Quelle: ntv.de, mdi/dpa/AFP

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