Politik

Mögliche Drosselung von StarlinkUkraine wirft USA vor, Russland zu unterstützen

14.10.2026, 13:28 Uhr
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Kiew sei nicht vor den russischen Angriffen auf die Ukraine gewarnt worden, sagt die ukrainische Regierung. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Die Stimmung zwischen Washington und Kiew ist angespannt. Die Ukraine wirft den USA nach Trumps Deal mit Putin vor, auf der Seite Russlands zu stehen. Nun sollen Angriffs-Warnungen fehlen und Internetzugänge verlangsamt worden sein - mit fatalen Folgen.

Nach neuen russischen Luftangriffen auf die Ukraine und einer offenbar fehlenden Warnung durch die westlichen Verbündeten hat ein ranghoher Vertreter der Kiewer Regierung den USA vorgeworfen, Russland im Krieg gegen sein Land zu unterstützen. "Es war bereits zweimal so, dass uns die Amerikaner nicht über den Start russischer Raketen informiert haben, als unser Energiesektor attackiert wurde", sagte der Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur AFP in Kiew.

"Obendrein haben sie die Geschwindigkeit von Starlink gedrosselt", führte er weiter aus. Zuvor hatte bereits der Technologieberater des Verteidigungsministeriums, Serhij Beskrestnow, erklärt, dass der Betrieb des US-Satelliten-Kommunikationssystems Starlink in der Nacht stark eingeschränkt gewesen sei, was zum Scheitern ukrainischer Angriffe geführt habe. Die Dienste seien auf eine Geschwindigkeit von 160 Kilometern pro Stunde begrenzt worden, meinte Beskrestnow. Die Betreiberfirma SpaceX habe das ukrainische Militär nicht über eine solche Drosselung informiert. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht dafür. 

Beskrestnow führte weiter aus, dass die Starlink-Drosselung der Ukraine "eine der wenigen Chancen" genommen habe, sich gegen neuartige Drohnen vom Typ Schahed aus Russland zu wehren. Diese sind schwieriger abzufangen als herkömmliche Modelle. Ein weiterer ukrainischer Regierungsvertreter sagte, die Starlink-Störung schränke die Logistik erheblich ein. Die Drosselung helfe Russland.

Das ukrainische Militär nutzt das Satelliteninternet unter anderem, um Drohnen bei ihrem Zielanflug fernzusteuern. Diese fliegen in der Regel schneller als 160 Kilometer pro Stunde. Bei gedrosselter Geschwindigkeit der Satellitenverbindung könnte die Verbindung zur Drohne ausfallen. Selenskyj hatte zuletzt darauf gedrungen, den Einsatz von Starlink-Verbindungen für die ukrainische Armee über russischem Territorium freizugeben. Bisher sind die Internetdienste von Starlink nur über ukrainischem Gebiet freigeschaltet. 

Ukraine ist auf Geheimdienstinformationen angewiesen

Die Ukraine ist in ihrem Abwehrkampf gegen Russland in hohem Maße auf westliche Geheimdienstinformationen angewiesen, insbesondere aus den USA. Dabei geht es um Warnungen vor russischen Raketen sowie die Identifizierung eigener Angriffsziele. Das vom US-Milliardär Elon Musk betriebene Starlink-System nutzt die ukrainische Armee für die Kommunikation an der Front. Musk hat seine Haltung gegenüber der Ukraine seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs mehrfach geändert.

US-Präsident Donald Trump hatte vergangene Woche einen Deal mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin zum Verkauf russischen Diesel-Kraftstoffs verkündet, der bei der Ukraine und ihren Verbündeten auf Ablehnung stieß. Daraufhin forderte Trump eine Ablösung Selenskyjs und Neuwahlen in der Ukraine. Außerdem verlangt der US-Präsident ein Ende der ukrainischen Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur.

Ein US-Regierungsvertreter erklärte dazu in Brüssel, Washington habe seine Haltung gegenüber der Regierung in Kiew "beim Austausch von Geheimdienstinformationen" nicht geändert. Der Kreml wiederum teilte mit, alle Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen, die auf eine mögliche Änderung der US-Politik gegenüber der Ukraine hindeuteten. Es sei aber noch zu früh, Schlüsse zu ziehen, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow in Moskau.

Quelle: ntv.de, csi/AFP/dpa

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