Politik

Helge Braun im "ntv Frühstart" "Umfassende Lockerung im Januar unwahrscheinlich"

Nach dem Beschluss eines umfassenden Lockdowns bis Mitte Januar verspricht Kanzleramtschef Braun, dass Kitas und Schulen wieder als Erste öffnen würden. Allerdings stimmt Braun im "ntv Frühstart" die Bevölkerung darauf ein, dass es auch im Februar noch "schwierig" werde.

Der Chef des Bundeskanzleramtes, Helge Braun, glaubt nicht an weitreichende Lockerungen der Corona-Maßnahmen zu Beginn des neuen Jahres. Er habe zwar die "große Hoffnung", dass die Zahlen sinken würden, aber: "Eine umfassende Lockerung halte ich für sehr, sehr unwahrscheinlich." Januar und Februar sind immer, was Atemwegsinfektionen angeht, besonders schwierige Monate", sagte Braun in der Sendung "Frühstart" bei ntv. Solange man sich in der "Winterphase" befinde und nicht genügend Impfstoff für alle verfügbar sei, "werden wir noch schwierige Tage erleben."

Braun versprach, dass Schulen und Kitas bei einer Besserung der Infektionslage zuerst geöffnet würden. "Das haben wir immer gesagt: Das ist das Letzte, was wir schließen und das Erste, was wir öffnen. Bildung hat Priorität und dabei bleibt es auch."

Weihnachtsziel gescheitert

Der CDU-Politiker gestand ein, dass man das Ziel vom Oktober, die Infektionszahlen so stark zu reduzieren, dass "ein sicheres Weihnachtsfest" möglich sei, nicht erreicht habe. "Durch die zu geringen Maßnahmen, die wir ergriffen haben, sind jetzt die Infektionszahlen so hoch", sagte Braun. Er rechne sogar damit, dass diese bis Weihnachten weiter steigen.

Der Kanzleramtsminister skizzierte im "Frühstart", wie Eltern während des Lockdowns entschädigt werden sollen, wenn sie wegen der geschlossenen Schulen und Kitas nicht zur Arbeit gehen können. Man habe für sie im Infektionsschutzgesetz eine Lohnfortzahlung von 67 Prozent vorgesehen, wenn sie keine anderen Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder fänden. "Ich glaube, dass das erst mal eine Möglichkeit ist, die sofort hilft", so Braun. Die Lohnfortzahlung werde dem Arbeitgeber vom Staat ersetzt. "Die Arbeitgeber sind gefragt, gerade denjenigen Unterstützung zu geben, die Kinder betreuen müssen."

Eltern müssten aber zunächst auch die Möglichkeiten der Notbetreuung in Schulen und Kitas erörtern, sagte der Kanzleramtsminister. Darüber hinaus gebe es auch noch die Möglichkeit, Kinderkrankentage zu nehmen. Pro Jahr hat jedes Elternteil seit der Coronakrise 15 Tage pro Jahr und Kind zur Verfügung, Alleinerziehende haben 30 Tage.

Acht Treffen an acht Tagen nicht sinnvoll

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Braun erneuerte seine Bitte an die Bürger, die zwei Tage vor Beginn der Schließungen im Einzelhandel nicht für vermehrte Einkäufe zu nutzen. Verlängerte Ladenöffnungszeiten am Montag und Dienstag seien keine Option. "Es ist eine Option, dass man jetzt darauf verzichtet, in die Innenstädte zu gehen. Ein Ansturm heute oder morgen wäre im Infektionsgeschehen wirklich nicht in Ordnung." Der Lockdown beginne nur deshalb überhaupt erst am Mittwoch, weil unter anderem Länderparlamente an der Entscheidung beteiligt werden sollten. "Aber die Infektionszahlen sind so, dass wir eigentlich sofort beginnen müssen. Wir müssen jetzt die Kontakte reduzieren."

Braun forderte die Bürger auf, Treffen mit Familie und Freunden an Weihnachten gut vorzubereiten. In der Vorweihnachtswoche sollten sie zu Hause bleiben und keine Kontakte mehr haben. "Dann kann das verantwortbar sein, dass man sich über Weihnachten auch mit älteren oder vorerkrankten Menschen trifft. Wenn man das unvorbereitet tut, bei den hohen Infektionszahlen, ist das aber gefährlich." An den Festtagen selbst gehe es darum, die erlaubten Kontaktmöglichkeiten maximal auszuschöpfen. "Wenn man sich acht Termine hintereinander auf einen Weihnachtstag legt, wäre das natürlich nicht der Sinn der Sache."

Quelle: ntv.de, psc/shua

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