Politik

Kritik am Umgang mit SchwesigSPD-Frauen werfen CDU "Sexismus mit System" vor

18.10.2026, 10:48 Uhr
00:00 / 03:04
588440000
Carmen Wegge ist die Bundesvorsitzende der SPD-Frauen. (Foto: picture alliance/dpa)

Manuela Schwesig wirft der CDU "unmenschliches" Verhalten vor, die Christdemokraten sind empört und reagieren mit Gegenattacken. Nun mahnen die Sozialdemokratinnen, die CDU habe "Angst vor starken SPD-Frauen".

Die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft SPD-Frauen, Carmen Wegge, hat Angriffe der CDU gegen Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kritisiert. "Die Union hat Angst vor starken SPD-Frauen wie Manuela Schwesig", sagte die Bundestagsabgeordnete dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (RND). "Das Muster ist alt: Wenn Frauen Macht haben, werden sie nicht politisch gestellt, sondern persönlich angegriffen."

"Ihr wird die Kompetenz abgesprochen, ihr Ton kritisiert, ihre Glaubwürdigkeit untergraben", sagte Wegge. Bei Männern heiße das Führungsstärke, bei Frauen sei es plötzlich ein Problem. "Das ist kein Ausrutscher, das ist Sexismus mit System." Die Frauen in der SPD ließen sich aber "davon nicht kleinmachen. Jede dieser Attacken zeigt nur, wie sehr starke Frauen die Union nervös machen."

CDU-Politiker hatten Schwesig zuletzt scharf kritisiert. Sie hatten dabei ihren Vorwurf zurückgewiesen, die Union sei "unmenschlich" mit SPD-Politikerin Bärbel Bas umgegangen. Bas war nach dem Tod ihrer Stieftochter als Arbeitsministerin und SPD-Chefin zurückgetretenen und hatte sich über persönliche Angriffe auch aus den Reihen des Koalitionspartners beklagt. Neben Schwesig hatte sich unter anderem auch Vizekanzler und SPD-Chef Lars Klingbeil geäußert und das Verhalten der Union als "unanständig" bezeichnet.

Der Chef der Jungen Union, Johannes Winkel, warf Schwesig in Anspielung auf ihren früheren Einsatz für die deutsch-russische Pipeline Nord Stream 2 vor, sie habe sich "von Russland kaufen lassen". Winkel sagte beim Deutschlandtag der Jungen Union in Bonn: "Wir lassen uns ganz bestimmt nicht von Manuela Schwesig belehren, wenn es um Anstand und Haltung in der deutschen Politik geht."

Und auch Bundeskanzler Friedrich Merz äußerte sich beim Deutschlandtag der Jungen Union zu Schwesigs Worten. "Meinungsverschiedenheiten in der Sache, ja. Diskussionen, ja, wenn es unbedingt sein muss. Aber diese Herabsetzung akzeptieren wir nicht", sagte er. Der Kanzler betonte weiter, dass man sich nicht alles vom Koalitionspartner gefallen lasse. "Ich werde alles tun, um das Land zum Erfolg zu führen. Alles tun heißt aber nicht, alles zu akzeptieren", sagte er. Dazu gehöre auch, dem Koalitionspartner entgegenzutreten, "wenn er ohne jeden erkennbaren Grund unsere Politik und unser Miteinander als unmenschlich bezeichnet."

Quelle: ntv.de, csi/AFP/dpa

SexismusJunge Union DeutschlandsBärbel BasCDUManuela SchwesigSPDFriedrich Merz