Politik

Umweltministerin im "Frühstart" Lemke hält AKW-Weiterbetrieb für vernünftig

Noch bis zum Frühjahr 2023, dann soll Schluss sein: Umweltministerin Lemke unterstützt den Plan eines verlängerten AKW-Einsatzes im Winter. Besorgt ist die Grünen-Politikerin angesichts der Gaslecks in den Nord-Stream-Pipelines. Das austretende Methan sei "extrem klimaschädlich".

Bundesumweltministerin Steffi Lemke hat sich dafür ausgesprochen, die Atomkraftwerke Isar 2 und Neckarwestheim im Frühjahr 2023 weiter zur Stromproduktion zu nutzen. "Wenn diese beiden Atomkraftwerke in diesem Winter gebraucht würden, weil wir auf eine Netzinstabilität (…) hinzulaufen, dann halte ich es für vernünftig, diese beiden Atomkraftwerke noch für einige Monate am Netz zu halten", sagte Lemke im "Frühstart" von ntv. Das gelte natürlich nur, solange die Sicherheit gewährleistet werden könne.

Zuvor hatte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck gesagt, er erwarte einen Weiterbetrieb der beiden süddeutschen AKW Isar 2 und Neckarwestheim über das Jahresende hinaus. Um die Energieversorgung zu sichern, sei voraussichtlich eine AKW-Nutzung bis Mitte April 2023 vonnöten. Eigentlich sollten im Rahmen des Atomausstiegs die letzten drei AKW am Jahresende abgeschaltet werden.

Einen Betrieb der Atomkraftwerke über das Frühjahr 2023 hinaus lehnte Lemke ab. "Mehrere Jahre halte ich für nicht verantwortbar, und daran orientieren wir uns, und das sollte die gesamte Bundesregierung meiner Meinung nach tun." Die FDP ignoriere an dieser Stelle, dass es einen relevanten Unterschied mache, ob vorhandene Brennelemente aufgebraucht würden, oder neue bestellt werden müssten. Die Grünen hätten unideologisch alle vernünftigen Lösungen vorbereitet, und, "ich denke, dass die FDP diesen Weg auch mitgehen wird", so Lemke.

Lemke warnte zudem vor den Auswirkungen der Gas-Leckagen in den Nord-Stream-Pipelines. Eine direkte Gefährdung der Meeresumwelt gebe es zwar nicht, dennoch sei das Gas "extrem klimaschädlich". Das austretende Methan habe eine hohe Auswirkung auf die Klimabilanz. Die direkte Meeresumwelt wäre aber nur dann unmittelbar gefährdet, wenn Schiffe in Mitleidenschaft gezogen würden. Durch die weiträumige Absperrung für den Schiffsverkehr sei sie da aber "ein bisschen beruhigt". Auch Steffi Lemke geht davon aus, dass "diese Lecks nicht auf natürliche Art und Weise entstanden sein können".

(Dieser Artikel wurde am Mittwoch, 28. September 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, cpf

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