Politik

RTL/ntv-TrendbarometerUnion baut Führung aus, Grüne machen Riesensatz vor SPD

17.03.2026, 13:07 Uhr
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Nach der Wahl in Baden-Württemberg weist das Trendbarometer größere Verschiebungen auf: Erstmals seit Anfang 2024 liegen die Grünen vor der SPD. Die Union vergrößert den Abstand zur AfD deutlich.

Das zarte Pflänzchen Hoffnung der Unionsparteien aus der vergangenen Woche treibt weiter aus: Im Trendbarometer von RTL und ntv legen CDU und CSU zwar nur einen Punkt zu. Da die AfD zugleich einen Punkt abgibt, rangiert die Union nun mit einem Abstand von vier Prozentpunkten auf Platz eins. So groß war der Abstand zwischen Union und AfD zuletzt im Juli 2025, als die neue Regierungspartei noch von einer allgemeinen Aufbruchstimmung getragen wurde.

Eine weitere Verschiebung ergibt sich auf den Plätzen drei und vier: Die Grünen machen einen Sprung um drei Punkte nach vorn, die SPD gibt zwei Punkte ab. Damit sind die Grünen die stärkste Kraft im linken Lager. Zuletzt lagen die Grünen im Februar 2024 vor der SPD.

Die FDP rutscht im Trendbarometer in dieser Woche unter 3 Prozent und wird daher nicht gesondert ausgewiesen. Würde der Bundestag in dieser Woche gewählt, könnten die Parteien mit folgendem Ergebnis rechnen:

  • CDU/CSU: 27 Prozent (Bundestagswahl am 23.2.2025: 28,5 Prozent)

  • AfD: 23 Prozent (20,8 Prozent)

  • Grüne: 15 Prozent (11,6 Prozent)

  • SPD: 12 Prozent (16,4 Prozent)

  • Linke: 11 Prozent (8,8 Prozent)

  • BSW: 3 Prozent (4,981 Prozent)

  • Sonstige: 9 Prozent (4,6 Prozent)

Der Anteil der Nichtwählerinnen und Nichtwähler sowie der Unentschlossenen liegt mit 23 Prozent weiter über dem Anteil der Nichtwähler bei der vergangenen Bundestagswahl (17,9 Prozent).

Die deutlichen Veränderungen im Trendbarometer dürften vor allem auf die Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März zurückgehen (die Daten wurden zwischen dem 10. und 16. März erhoben). Dort hatte die SPD ein historisches Debakel erlebt und war nur auf 5,5 Prozent gekommen. Wahlsieger waren die Grünen, allerdings nur knapp vor der CDU, die um 5,6 Punkte zulegen konnte. Die FDP scheiterte erstmals in Baden-Württemberg an der Fünf-Prozent-Hürde – und setzt damit ihren Abstieg in die Bedeutungslosigkeit fort.

Der Einfluss des baden-württembergischen Wahlergebnisses auf die politische Stimmung zeigt sich auch am aktuellen Politikerranking, das ebenfalls von Forsa ermittelt wird. Dort blieb der vermutlich künftige Ministerpräsident Cem Özdemir zwar auf dem dritten Platz, legte aber im Vergleich zum Dezember-Ranking um acht Punkte zu - so viel wie kein anderer Politiker.

Keine Veränderung gibt es im Trendbarometer bei der Zufriedenheit mit der Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz. Wie in der Vorwoche sind nur 25 Prozent der Deutschen mit seiner Arbeit zufrieden. 74 Prozent sind es nicht.

Ebenfalls unverändert ist der Wert der Union mit Blick auf die politische Kompetenz. Auf die Frage, welche Partei mit den Problemen in Deutschland am besten fertig werde, nennen 19 Prozent CDU/CSU, gefolgt von der AfD mit 11 Prozent. Die SPD stürzt in dieser Frage regelrecht ab: von 7 auf 4 Prozent. Die Grünen legen um einen Punkt auf 7 Prozent zu. 5 Prozent der Deutschen billigen der Linken politische Kompetenz zu. "Keine Partei" antworten 52 Prozent.

Weiterhin ist der Krieg im Nahen Osten mit großem Abstand das Thema, das die Deutschen am meisten interessiert: Es wird von 60 Prozent als wichtigstes Thema genannt. Auf Platz zwei folgen mit 22 Prozent die Landtagswahlen; nach der Wahl in Baden-Württemberg findet am kommenden Sonntag eine Landtagswahl in Rheinland-Pfalz statt. Die ökonomische Lage ist für 21 Prozent eines der wichtigsten Themen, die Benzinpreise für 20 Prozent der Deutschen, der Krieg in der Ukraine ebenfalls. Auf den hinteren Plätzen liegen die Themen "Bundesregierung / Koalition" (14 Prozent), "Kriege und Konflikte in der Welt allgemein" (11 Prozent) sowie die innenpolitische Situation in den USA (9 Prozent).

Die Wirtschaftserwartungen haben sich unterdessen verschlechtert. Nur 15 Prozent der Deutschen rechnen damit, dass sich die wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland in den kommenden Jahren verbessern. 62 Prozent gehen von einer Verschlechterung aus. Die Differenz, minus 47 Prozent, ist der höchste in diesem Jahr gemessene Wert. Heißt: Die Stimmung ist so schlecht wie noch nie seit Anfang Januar.

Die Daten zum RTL/ntv-Trendbarometer wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland zwischen dem 10. und 16. März erhoben. Datenbasis: 2503 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: plus/minus 2,5 Prozentpunkte.

Weitere Informationen zu Forsa hier.

Quelle: ntv.de, hvo

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