Politik

RTL/ntv Trendbarometer Union baut ihren Vorsprung aus

CDU und CSU legen im Trendbarometer noch mal zu, die Grünen bleiben zurück. Im Politiker-Ranking unangefochten an der Spitze: Kanzlerin Merkel. Die Grünen-Kandidatin Baerbock rutscht hingegen ab.

Die Unionsparteien steigen weiterhin in der Wählergunst. Im Vergleich zur Vorwoche können sie im RTL/ntv-Trendbarometer nochmals einen Prozentpunkt zulegen und erreichen nun 29 Prozent. Auch die SPD gewinnt einen Prozentpunkt, FDP und Linke verlieren je einen. CDU/CSU liegen jetzt acht Prozentpunkte vor den Grünen, die SPD zwei Prozentpunkte vor der FDP. Die Werte für die Grünen, die AfD und die sonstigen kleineren Parteien bleiben unverändert.

Bei einer Bundestagswahl könnten die Parteien momentan mit folgendem Ergebnis rechnen: CDU/CSU 29 Prozent (Bundestagswahl 2017: 32,9 Prozent), Grüne 21 Prozent (8,9), SPD 15 Prozent (20,5), FDP 13 Prozent (10,7), AfD 9 Prozent (12,6), Linke 6 Prozent (9,2). 7 Prozent würden sich für eine der sonstigen Parteien entscheiden (5,2). Die Zahl der Nichtwähler und Unentschlossenen entspricht mit 24 Prozent dem Anteil der Nichtwähler bei der Bundestagswahl 2017 (23,8).

100 Tage vor der Wahl: Vertrauen zu Merkel ungebrochen

Zu welchen Bundespolitikern haben die Deutschen 100 Tage vor der Bundestagswahl das größte Vertrauen - und wem vertrauen sie am wenigsten? Auch in diesem Frühsommer führt Bundeskanzlerin Angela Merkel, die bei der anstehenden Wahl gar nicht mehr antritt, das Politiker-Ranking mit großem Vorsprung an. Forsa hat für das RTL/ntv-Trendbarometer über 1500 Wahlberechtigte gefragt, bei wem sie das Land "in guten Händen" sehen. Die Befragten konnten ihre Einschätzung mit Werten von 0 ("ist überhaupt nicht in guten Händen") bis 100 ("ist voll und ganz in guten Händen") abgeben. Auf dieser Skala erhielt Merkel 67 Punkte, das sind 4 Punkte mehr als vor einem Monat. Der Zweitplatzierte, Markus Söder, kommt unverändert auf 53 Punkte.

Zu vier Politikern haben die Bundesbürger im Juni mehr Vertrauen als im Mai: Außer Merkel sind das Armin Laschet (plus 3 Punkte) sowie Olaf Scholz und Christian Lindner (beide plus 2). Für 10 der 18 Politiker ändern sich die Werte nicht oder nur geringfügig (um einen Punkt). Niedrigere Werte haben Janine Wissler (minus 3 Punkte) sowie Jens Spahn und Robert Habeck (jeweils minus 5 Punkte). Drastisch ist das Vertrauen innerhalb eines Monats mit minus 11 Punkten zur Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, zurückgegangen.

Das geringste Vertrauen haben die Deutschen zu den Spitzen von SPD, Linke und AfD. Kevin Kühnert sowie die SPD-Vorsitzenden Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken liegen knapp vor den beiden Linken-Chefinnen Janine Wissler und Susanne Hennig-Wellsow sowie den AfD-Spitzenkandidaten Tino Chrupalla und Alice Weidel. Als einziger Sozialdemokrat liegt Kanzlerkandidat Olaf Scholz im Ranking weiter oben: Mit 44 Punkten kommt er auf den dritten Platz, vor Habeck und Baerbock.

Politiker-Ranking im Juni 2021

  • Angela Merkel: 67 (+4)
  • Markus Söder: 53 (0)
  • Olaf Scholz: 44 (+2)
  • Robert Habeck: 41 (-5)
  • Annalena Baerbock: 40 (-11)
  • Armin Laschet: 40 (+3)
  • Friedrich Merz: 35 (+1)
  • Wolfgang Kubicki: 34 (0)
  • Peter Altmaier: 33 (+1)
  • Christian Lindner: 33 (+2)
  • Jens Spahn: 31 (-5)
  • Kevin Kühnert: 29 (+1)
  • Norbert Walter-Borjans: 27 (-1)
  • Saskia Esken: 23 (+1)
  • Janine Wissler: 19 (-3)
  • Susanne Hennig-Wellsow: 17 (-1)
  • Tino Chrupalla: 9 (0)
  • Alice Weidel: 8 (0)

In Klammern Veränderung gegenüber Mai 2021 - Bewertung anhand einer Skala von 0 bis 100; dargestellt ist jeweils der Mittelwert.

In den politischen Lagern - links, Mitte, rechts - ist das Vertrauen zu einzelnen Politikern recht unterschiedlich verteilt. Die politische Mitte setzt ihr Vertrauen vor allem in Angela Merkel und Markus Söder. Das geringste Vertrauen wird in der Mitte der Gesellschaft den Sozialdemokraten Walter-Borjans, Kühnert und Esken sowie dem linken Führungs-Duo und den Spitzen-Kandidaten der AfD entgegengebracht.

Im "linken Lager" punkten vor allem Habeck, Baerbock, Walter-Borjans, Kühnert, Esken, Wissler und Henning-Wellsow. Das geringste Vertrauen genießen hier Merz, Lindner, Kubicki und Chrupalla. Das "rechte Lager" schenkt hingegen vor allem Merz, Lindner, Kubicki, Chrupalla und Weidel sein Vertrauen. Ein weitgehend ähnlich großes Vertrauen in allen politischen Lagern genießen Merkel, Söder, Scholz, Laschet, Altmaier und Spahn.

76 Prozent der SPD-Anhänger vertrauen Scholz, 38 Prozent Esken

Die größte Vertrauens-Basis in der eigenen Anhängerschaft haben nach wie vor Angela Merkel und Markus Söder. Merkel erhält von den CDU-Anhängern 83 von 100 möglichen Punkten, Söder kommt sogar auf 84 Punkte. Jeweils 76 Punkte erhalten Scholz und Baerbock von ihren Anhängern, Habeck kommt bei den Grünen-Anhängern auf 74, Lindner bei den Anhängern der FDP auf 71 Punkte. Das geringste Vertrauen in der eigenen Anhängerschaft genießt mit 38 Punkten SPD-Chefin Saskia Esken.

Armin Laschet erreicht bei den CDU-Anhängern 63 Vertrauenspunkte - das sind zehn Punkte weniger, als CSU-Chef Söder von den Christdemokraten erhält. Allerdings hat Laschet seit Mai 7 Punkte gutgemacht.

Nach Ausbruch der Corona-Pandemie war das Vertrauen zu vielen politischen Akteuren zunächst gestiegen - die meisten haben dieses Vertrauen allerdings während der Krise auch wieder verspielt. Nur zwei Politiker haben in diesem Juni höhere Vertrauenswerte als im Januar 2020, vor Ausbruch der Pandemie: Angela Merkel hat in diesen fast anderthalb Jahren 8 Punkte gewonnen, Markus Söders Wert stieg sogar um 11 Punkte. Während der Krise hat der Co-Chef der Grünen, Robert Habeck, am meisten verloren: minus 9 Punkte. Armin Laschet, Jens Spahn und Friedrich Merz verloren je 6 Punkte, Christian Lindner hat heute 5 Punkte weniger als im Januar 2020.

71 Prozent wollen zweite Amtszeit für Steinmeier

Frank-Walter Steinmeier möchte auch für eine zweite Amtszeit Bundespräsident bleiben. Dabei kann er sich auf die Zustimmung der meisten Bundesbürger stützen: 71 Prozent der Bundesbürger sind der Auffassung, dass Steinmeier im Februar erneut zum Staatsoberhaupt gewählt werden soll. Lediglich 20 Prozent sind dagegen, die stärkste Ablehnung findet sich bei den Anhängern von FDP, Linke und AfD. Aber auch in diesen drei Parteien ist eine Mehrheit für Steinmeiers Wiederwahl.

Einige Parteien wollen allerdings vor einer Festlegung über den künftigen Bundespräsidenten den Ausgang der Bundestagswahlen abwarten. Die Steinmeier-Nachfolge könnte dann in den Koalitionsverhandlungen geklärt werden. Drei Viertel der Bundesbürger (74 Prozent) sind gegen eine solche Vorgehensweise und meinen, dass die Entscheidung über das höchste Staatsamt nicht zum Gegenstand von Koalitionsverhandlungen werden sollte. Lediglich 17 Prozent sind anderer Meinung.

Die Daten zu Partei- und Kanzlerpräferenzen wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL vom 15. bis 21. Juni 2021 erhoben. Datenbasis: 2502 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/-2,5 Prozentpunkte. Die Daten zum Politiker-Ranking wurden vom 16. bis 18. Juni 2021 erhoben. Datenbasis: 1503 Befragte. Die Daten zur Steinmeier-Nachfolge wurden am 17. und 18. Juni 2021 erhoben. Datenbasis: 1004 Befragte.

Quelle: ntv.de, fni

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.