Politik

Zwangsurlaub wegen Energiekrise Venezuela ordnet Vier-Tage-Woche an

RTX28KXH.jpg

Am Wasserreservoir La Mariposa in Caracas sind die Folgen der extremen Dürre deutlich zu sehen.

(Foto: REUTERS)

Die Stromversorgung in Venezuela hängt zu großen Teilen von Wasserkraftwerken ab. Nachdem die Energie aufgrund einer extremen Dürre immer knapper wird, beschließt die Regierung von Präsident Maduro einen gesetzlichen Zwangsurlaub.

Venezuela hat alle Freitage in den nächsten beiden Monaten zu gesetzlichen Feiertagen erklärt. Präsident Nicolas Maduroa will mit dem ungewöhnlichen Zwangsurlaub die schwere Energiekrise des Landes in den Griff bekommen. "Wir werden lange Wochenenden haben", sagte der linke Präsident im staatlichen Fernsehen. Er will seinen 60-Tage-Plan am heutigen Donnerstag vollständig vorstellen.

Maduro kündigte zusätzlich an, die Stromversorgung von Einkaufszentren und Hotels weiter zurückzufahren auf neun Stunden täglich. Außerhalb dieser Zeiten müssen sie ihren eigenen Strom erzeugen. Diese Einschränkungen gelten bereits seit Februar. Auch die staatliche Industrie und die Behörden wurden aufgefordert, den Energieverbrauch zu senken.

Wirtschaftskrise, knappe Lebensmittel und extreme Inflation

Die Stromversorgung in dem wirtschaftlich gebeutelten Land hängt zu 60 Prozent von Wasserkraftwerken ab. Angesichts einer extremen Dürre, die durch das Wetterphänomen El Niño ausgelöst worden war, reichen die Wasserreserven in den 18 Talsperren aber kaum noch aus. In der großen Talsperre im Bundesstaat Bolivar beispielsweise befindet sich der Wasserstand nur noch drei Zentimeter über dem kritischen Punkt. Allein diese Talsperre ist für rund 70 Prozent der venezolanischen Energie verantwortlich.

Die Opposition kritisierte die Vier-Tage-Woche in einer ersten Reaktion als waghalsig - vor allem in Zeiten von Wirtschaftskrise, knappen Lebensmitteln und Medikamenten sowie extremer Inflation. Sie warf Maduro zudem vor, zu wenig in den Ausbau und die Wartung der Energie-Infrastruktur investiert zu haben.

Auch die Tweets von Bürgern waren skeptisch. "Das ist doch wohl nicht ernst gemeint???", schrieb ein Nutzer. Viele andere fragten sich, welche Auswirkungen das Vorhaben auf Schulen und die Öffnungszeiten von Supermärkten haben wird.

Quelle: ntv.de, chr/AFP/rts

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.