Politik

Kongo-Krise Vermittler bei Kikwete

Angesichts des humanitären Dramas im Osten des Kongos haben die Außenminister Frankreichs und Großbritanniens am Sonntag weiter nach einer Lösung gesucht. Bernard Kouchner und David Miliband trafen in Tansania ein, wo sie mit dem Präsidenten des Landes, Jakaya Kikwete, zusammengetrafen.

Kikwete bereitet als derzeitiger Vorsitzender der Afrikanischen Union (AU) einen Krisengipfel in der kenianischen Hauptstadt Nairobi im Laufe der kommenden Woche vor. Ob Rebellengeneral Laurent Nkunda auch dabei sein wird, ist derzeit unklar.

Miliband zeigte sich besorgt über das Schicksal der Flüchtlinge im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Mehr als 1,6 Millionen Vertriebene säßen in der Krise fest und könnten nur schlecht von Hilfslieferungen erreicht werden, sagte Miliband am tansanischen Regierungssitz Daressalam. Den Flüchtlingen fehlten Wasser, Lebensmittel und andere lebensnotwendige Güter.

Schlüssel liegt in Ruanda

Miliband und Kouchner waren am Samstag zu einem Krisenbesuch in der Region eingetroffen. Nach einem Treffen mit dem kongolesischen Präsidenten Joseph Kabila sprachen sie auch mit Ruandas Staatschef Paul Kagame über die Lage im Osten des Kongo.

Die beiden besuchten auch ein Flüchtlingslager nahe der umkämpften Stadt Goma, die auf der kongolesischen Seite der Grenze liegt. Sie drängten auf eine Umsetzung des im Januar in Goma unterzeichneten Friedensabkommens für die Konfliktregion Nord Kivu und auf eine rasche Entwaffnung der Rebellenmilizen.

Folge des Völkermords in Ruanda

Die Truppen des Rebellengenerals Nkunda hatten am vergangenen Wochenende eine neue Offensive gestartet und stehen nun unmittelbar vor Goma. Die kongolesische Regierung wirft Ruanda vor, Nkundas Rebellen zu unterstützen.

Nkunda, der vor wenigen Tagen einen einseitigen Waffenstillstand erklärt hat, begründet seinen Kampf mit der Verteidigung der kongolesischen Tutsi. Er wirft der Regierungsarmee vor, Hutu-Milizen zu unterstützen, die 1994 nach dem Völkermord in Ruanda in das zentralafrikanische Nachbarland geflohen waren. Das Hutu-Regime, das von Kagame und seiner Ruandischen Patriotischen Front (RPF) gestürzt worden war, hatte innerhalb von nur 100 Tagen Rund 800.000 Tutsi und gemäßigte Hutu ermordet.

Quelle: ntv.de

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