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Kosten rauf, Renten runter? Versicherer zerpflücken Rentenpläne

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(Foto: picture alliance / dpa)

Die Rentenpläne der Bundesregierung sorgen einmal mehr für Kritik: Diesmal ist es die Deutsche Rentenversicherung, die sich in einer Stellungnahme zum Rentenpaket äußert und vor den Folgen warnt.

Die Deutsche Rentenversicherung hält das Rentenpaket der Bundesregierung für "nicht sachgerecht" finanziert und warnt vor einem Anstieg der Rentenbeiträge. Dies geht aus einer Stellungnahme der Rentenversicherung für eine Bundestagsanhörung am Montag hervor, wie die in Düsseldorf erscheinende "Rheinische Post" berichtet. Die geplanten Neuregelungen führten dazu, "dass der Beitragssatz mittel- und langfristig höher und das Rentenniveau niedriger" ausfallen würden, "als es bei Fortbestehen des geltenden Rechts der Fall wäre", zitierte die Zeitung aus der Stellungnahme.

Die Neuregelungen würden vor allem "heutige Bestandsrentner und Versicherte der rentennahen Jahrgänge" begünstigen. Die heute jüngeren Versicherten würden dagegen durch den "langfristig höheren Beitragssatz stärker belastet", obwohl ein wesentlicher Teil der vorgesehenen Leistungsverbesserungen von ihnen nicht mehr in Anspruch genommen werden könne und sie von der Absenkung des Rentenniveaus stärker betroffen seien.

Die Deutsche Rentenversicherung kritisierte dem Bericht zufolge insbesondere die geplante abschlagsfreie Rente ab 63 Jahren. Sie stehe "im Widerspruch zu den seit Ende der 1980er Jahre vom Gesetzgeber kontinuierlich verfolgten Bemühungen, die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Rentenversicherung auch durch eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit zu bewältigen", zitierte die Zeitung weiter aus der Stellungnahme.

Dem Gesetzentwurf von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) zufolge sollen Beschäftigte, die 45 Beitragsjahre vorweisen können, schon mit 63 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen können. Auch Zeiten der Arbeitslosigkeit sollen dabei mitgewertet werden. Es wird aber geprüft, inwieweit Frühverrentungen durch eine Neuregelung verhindert werden können. Das Rentenpaket sieht zudem vor, die Mütterrente auch für vor 1992 geborene Kinder zu zahlen. Außerdem soll die Erwerbsminderungsrente aufgestockt werden.

Quelle: n-tv.de, ghö/AFP

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