Politik

RTL/ntv-TrendbarometerViele SPD-Wähler zeigen den Parteichefs die Rote Karte

31.03.2026, 14:03 Uhr
00:00 / 06:04
Video poster

Läuft? Nee, ganz und gar nicht. Die SPD erlebt einen Sturm und die Vorsitzenden stehen mittendrin. Selbst viele SPD-Wähler sind unzufrieden mit der Führungsspitze, wie das RTL/ntv-Trendbarometer zeigt. Ideen für Nachfolger gibt es aber kaum.

Das schönste Amt neben dem Papst? Lange ist es her, dass Franz Müntefering seine Beschreibung des SPD-Vorsitzes zu Protokoll gab. Diese Zeiten sind vorbei. SPD-Chef zu sein, ist derzeit kein leichtes Los. Das bekommen die beiden Vorsitzenden Lars Klingbeil und Bärbel Bas nach mehreren Wahlschlappen deutlich zu spüren. Die Führungsgremien der Sozialdemokraten haben beiden zwar vorerst den Rücken gestärkt. Doch die Wähler sind äußerst unzufrieden, wie Zahlen des RTL/ntv-Trendbarometers zeigen.

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat dazu 500 Menschen befragt, die bei der Bundestagswahl 2025 der SPD ihre Stimme gaben. Gerade mal 49 Prozent von ihnen halten Klingbeil noch für den richtigen Parteivorsitzenden. Immerhin: Die 41 Prozent, die ihn lieber los wären, stellen nicht die Mehrheit. Bei Bas sieht es desaströser aus: Nur 39 Prozent der SPD-Wähler halten sie für die Richtige auf dem Posten, eine Mehrheit von 46 Prozent sagt das Gegenteil.

Wenig überraschend sind diejenigen noch unzufriedener, die 2025 zwar für die SPD votierten, sie mittlerweile aber nicht mehr wählen würden. Klare Mehrheiten von 57 Prozent (Klingbeil) beziehungsweise 58 Prozent (Bas) sagen, dass die derzeitigen SPD-Chefs nicht mehr die richtigen Vorsitzenden seien. Ohnehin stößt das 2019 eingeführte Konzept der Doppelspitze bei einer Mehrheit von 53 Prozent auf Ablehnung. Nur 39 Prozent der SPD-Wähler halten sie für sinnvoll.

Von denjenigen Menschen, die sich andere SPD-Vorsitzende wünschen, halten übrigens 13 Prozent Boris Pistorius für besser geeignet. Andere mögliche Kandidaten wie die Ministerpräsidentinnen Manuela Schwesig und Anke Rehlinger, Ex-Kanzler Olaf Scholz oder Generalsekretär Tim Klüssendorf nennen jeweils nur ein Prozent der Befragten. 78 Prozent fällt bei der ohne Vorgaben gestellten Nachfolge-Frage kein SPD-Politiker ein.

Miese Werte für SPD im Trendbarometer

Die Unzufriedenheit mit den Vorsitzenden spiegelt sich auch bei den Zahlen für die gesamte SPD: Im RTL/ntv-Trendbarometer kommt die Partei nicht aus ihrem Tief heraus, sie steht die dritte Woche in Folge auf dem Allzeittief von 12 Prozent. Auch bei den anderen Parteien gibt es keine Bewegung: CDU/CSU sind mit 26 Prozent stärkste Kraft, dicht gefolgt von der AfD mit 25 Prozent. Die Grünen sind mit 15 Prozent weiterhin stärker als SPD und Linkspartei, die auf 10 Prozent kommt. Das BSW erreicht 3 Prozent der Stimmen, die sonstigen Parteien, zu denen auch die FDP zählt, 9 Prozent.

Sehr unzufrieden sind die Wählerinnen und Wähler weiterhin mit Kanzler Friedrich Merz. 75 Prozent äußern sich entsprechend. Nur 23 Prozent sind mit seiner Arbeit zufrieden - das ist der Tiefstwert, auf dem er bereits im Dezember stand. Dabei sind nur Unions-Wähler mit 62 Prozent mehrheitlich zufrieden mit Merz' Arbeit. Bei Wählern des Koalitionspartners SPD sind es nur 30, bei AfD-Anhängern lediglich 3 Prozent.

CDU und CSU sind die Parteien, die nach Meinung der Wähler noch am ehesten mit den Problemen in Deutschland fertig werden. 17 Prozent äußern sich so. Der AfD sprechen 12 Prozent diese Fähigkeit zu, den Grünen 7 Prozent, von der SPD sagen das 4 Prozent, von der Linken 3 Prozent. Die große Mehrheit von 54 Prozent spricht dagegen keiner Partei die Kompetenz zur Problemlösung zu.

Pessimistisch sehen viele Deutsche die Entwicklung der wirtschaftlichen Verhältnisse. 66 Prozent erwarten eine Verschlechterung der Lage in den kommenden Jahren. Im März 2025 lag dieser Wert noch bei 49 Prozent. Nur 15 Prozent erwarten eine Verbesserung, vor einem Jahr lag dieser Wert bei 26 Prozent. 17 Prozent erwarten eine unveränderte Wirtschaftslage - vor einem Jahr sagten das 23 Prozent.

Die Daten zum RTL/ntv-Trendbarometer wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland zwischen dem 24. und 30. März erhoben. Die Datenbasis bei den Fragen zu den SPD-Vorsitzenden beträgt 500 Menschen, die statistische Fehlertoleranz plus/minus 4 Prozentpunkte. Bei den übrigen Fragen umfasst die Datenbasis 2501 Befragte. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei plus/minus 2,5 Prozentpunkten.

Weitere Informationen zu Forsa hier.

Quelle: ntv.de, mli/lst

RTL/ntv-TrendbarometerBärbel BasCSUCDUDemoskopieAfDBündnis 90/Die GrünenDie LinkeLars KlingbeilSPDFriedrich Merz