Politik
Donnerstag, 28. Februar 2002

Helgoland heute: Vom "Fuselfelsen" zum Heilbad

Schon ein Jahr nach der Rückkehr der Insel zu Deutschland entstanden erste Versuchsbauten und die bekannten bunten "Hummerbuden" als Wetterschutz für die Fischer. 1956 wurde schon das erste Hotel wiedereröffnet und der Schiffsverkehr im sogenannten "Seebäderdienst" nahm seine Arbeit auf. Die ersten Touristen kehrten auf die Insel zurück und konnten sich über den Luxus von fließend warmen und kalten Wasser freuen.

Heute floriert das Tourismus-Geschäft wie nie zuvor. Die dreistündige Fahrt von Büsum in Schleswig-Holstein zur 70 Kilometer entfernten Insel ist nämlich für die Binnenländer nach wie vor ein Erlebnis. Wer es schneller haben möchte, kann aber auch mit "Helgoland Airlines"auf den lediglich ein Quadratkilometer großen Felsen fliegen.

Rund 550.000 Gäste kamen im vergangenen Jahr nach Helgoland. Ein nicht zu unterschätzender Grund ist dabei die seit fast 200 Jahren auf der Insel herrschende Zollfreiheit, die ursprünglich zur Ankurbelung des darniederliegenden Handels auf der abgelegenen Insel eingeführt wurde.

So ist der Ruf des "Fuselfelsens" nicht verwunderlich, der aber heutzutage von den Inselmanagern bekämpft wird. Diese rücken lieber das moderne Nordseeheilbad in den Vordergrund, welches 2001 sein 175-jähriges Bestehen feierte. "Wellness", Sportveranstaltungen und ein futuristisches Designerhotel sind die Schwerpunkte, auf die man setzt.

Große Erwartungen verbinden die Insulaner mit einem neuen Milionenprojekt: In einem Bombenkrater oberhalb des Hafens sollen in den kommenden Jahren neue Wohnungen und Freizeiteinrichtungen entstehen.

Der Fels in der Brandung zeigt allerdings Risse. Das Wahrzeichen der Insel, die 47 Meter hohe "Lange Anna", droht umzustürzen. Doch die Rettungspläne für den Felsen können nicht umgesetzt werden, da das Geld fehlt. Auch die Insel selbst ist bedroht: Erst vor kurzem brachen Felsbrocken auf Wohnhäuser nieder. Sechs von ihnen mussten evakuiert werden.

Quelle: n-tv.de