Politik

Nach CSU-Absturz in Bayern Wählermehrheit will Seehofers Rücktritt

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Die Mehrheit der Wähler hat das Vertrauen in den Innenminister Horst Seehofer verloren.

(Foto: AP)

Am Wochenende deutet CSU-Chef Seehofer an, er werde sich nicht allein zum Sündenbock für die vermasselte Bayern-Wahl machen lassen - eher trete er zurück. Eine Umfrage zeigt, dass er den meisten Deutschen damit sogar einen Gefallen tun würde.

Die Mehrheit der Deutschen hat laut dem jüngsten RTL/n-tv-Trendbarometer von Forsa das Vertrauen in Bundesinnenminister Horst Seehofer verloren. Nach der Bayern-Wahl sind rund zwei Drittel der Bundesbürger (64 Prozent) der Auffassung, er solle nach dem schlechten Abschneiden seiner Partei Konsequenzen ziehen - und sowohl als CSU-Chef als auch als Innenminister zurücktreten. Auch in Bayern sieht es für Seehofer nicht besser aus: 62 Prozent der Bayern und sogar 67 Prozent der CSU-Anhänger halten Seehofers Rücktritt für nötig.

Über die Hälfte (57 Prozent) der Deutschen führt laut Umfrage den Verlust der absoluten Mehrheit der CSU bei der Landtagswahl auf die Partei selbst und Seehofer zurück. Am Sonntag hatte Seehofer erstmals nach der CSU-Landtagswahlpleite einen möglichen Rücktritt als Parteichef angedeutet - wenn ihn seine Partei für den CSU-Absturz allein verantwortlich machen sollte. "Noch einmal mache ich den Watschenbaum für meine Partei nicht", machte er im Bayerischen Rundfunk deutlich. "Eher stelle ich mein Amt als Parteivorsitzender zur Verfügung."

Der stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende Ralf Stegner warnte unterdessen vor der Annahme, ein Amtsverzicht Seehofers würde die Probleme der Großen Koalition lösen. "Ich warne vor dem Irrglauben, dass Personalentscheidungen anderer Parteien die Probleme der SPD lösen", sagte Stegner. In der Umfrage verzeichneten Union und SPD im Vergleich zur Vorwoche erneut Verluste, während die Grünen ihren Höhenflug fortsetzen können.

Stegner stellt Koalition infrage

Der SPD-Vize stellt den Fortbestand der Großen Koalition infrage: "Wenn sich das Erscheinungsbild der Berliner Koalition nicht rasch und drastisch ändert, dann wird dieses Bündnis keinen Bestand haben." Nach der Umfrage ist nur ein Drittel der Befragten (35 Prozent) der Meinung, dass die SPD die Große Koalition aufkündigen und sich in der Opposition erneuern sollte. Zudem glaubt jeder Zweite ohnehin nicht, dass sich die Sozialdemokraten auf den Oppositionsbänken erneuern könnten.

Bei der Sonntagsfrage nach dem Verhalten bei einer Bundestagswahl verliert die Union im Vergleich zur Vorwoche in der Forsa-Erhebung einen Punkt und kommt auf 27 Prozent. Die SPD muss zwei Punkte abgeben und sinkt auf das Rekordtief von 14 Prozent. Die Grünen können dagegen zwei Punkte auf 21 Prozent zulegen. FDP und Linkspartei verharren bei jeweils neun Prozent. Die AfD kann sich um einen Punkt auf 15 Prozent verbessern.

Quelle: n-tv.de, jug/rts/dpa

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