Politik

BSW nur noch "Zombie-Partei"?Wagenknecht: Austritte sollen uns vor Wahl größtmöglich schaden

04.09.2026, 15:51 Uhr
00:00 / 03:38
616711441
Wagenknecht war im Oktober 2023 aus der Linken ausgetreten und hatte Anfang 2024 mit Mitstreitern das Bündnis Sahra Wagenknecht gegründet. (Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress)

In Thüringen verlassen mehrere Landtagsabgeordnete das BSW - zwei Tage vor der Wahl in Sachsen-Anhalt. Für Sahra Wagenknecht ist der Zeitpunkt kein Zufall, sie spricht von einem gezielten Manöver. Frühere Genossen bei der Linken frohlocken über Wagenknechts "Scheitern".

Nach dem Austritt fast aller Landtagsabgeordneten in Thüringen sieht BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht ein bewusstes Manöver. Der Zeitpunkt sei so gewählt worden, um dem BSW "vor der Wahl in Sachsen-Anhalt maximal zu schaden", erklärte Wagenknecht bei X. "Offensichtlich soll der Einzug der einzigen konsequenten Friedenspartei in den Landtag von Sachsen-Anhalt verhindert werden."

Zehn Abgeordnete der BSW-Landtagsfraktion um die bisherige Landeschefin Katja Wolf hatten ihren Parteiaustritt erklärt und dies vor allem mit der Einmischung der Parteispitze und deren fehlender Distanz zur AfD begründet. Zuvor waren bereits drei andere BSW-Landtagsabgeordnete aus Partei und Fraktion sowie ein weiterer Abgeordneter aus der Partei ausgetreten.

"Es ist offenkundig, dass die Mehrheit der Thüringer Fraktion jetzt auch deshalb die Partei verlässt, weil sie wissen, dass sie auf dem geplanten Sonderparteitag keinen Rückhalt mehr für ihren Kurs bekommen hätten", schrieb Wagenknecht dazu. Das Kalkül, der Partei bei der Wahl in Sachsen-Anhalt zu schaden, werde "hoffentlich nicht aufgehen". Letztlich sei es für die Partei "ein Befreiungsschlag". Die Wähler in Sachsen-Anhalt hätten nun "umso mehr Klarheit: Wo BSW draufsteht, ist auch BSW drin".

Das BSW wird vor der Abstimmung am Sonntag in Sachsen-Anhalt in Umfragen bei etwa vier Prozent gesehen. Damit droht die Partei den erstmaligen Einzug in den dortigen Landtag zu verpassen.

Linke: Projekt BSW am Ende

Die Linke sieht das BSW drei Jahre nach der Abspaltung durch Gründerin Sahra Wagenknecht als gescheitert und warnt mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen vor einer Wahl des BSW. "Ich würde sagen, es ist eine Zombie-Partei, die eigentlich keinen Inhalt mehr hat, sondern nur noch eine Hülle ist", sagte Parteichef Luigi Pantisano nach einer Klausurtagung der Linken-Bundestagsfraktion in Dessau. Man solle die Stimme nicht an sie verschenken, sagte er.

Das Projekt Sahra Wagenknechts, eine neue Partei zu gründen, sei gescheitert. "Sie selbst als Person, als Politikerin ist gescheitert. Sie verursacht dort, wo sie Dinge anfasst, Chaos und hinterlässt verbrannte Erde." Wagenknecht war im Oktober 2023 nach langem Richtungsstreit aus der Linken ausgetreten und hatte Anfang 2024 mit Mitstreitern das Bündnis Sahra Wagenknecht gegründet.

Nach Erfolgen bei der Europawahl und den Landtagswahlen in Ostdeutschland 2024 kam im Februar 2025 der Dämpfer: Das BSW verfehlte bei der vorgezogenen Neuwahl extrem knapp den Einzug in den Bundestag. In Thüringen ist es bisher Teil der sogenannten Brombeerkoalition aus CDU, BSW und SPD.

Quelle: ntv.de, dsc/AFP/dpa

Landtagswahlen Sachsen-AnhaltDie LinkeThüringenSahra WagenknechtBSW