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Von Marokko beanspruchtCeuta und Melilla gehören seit Jahrhunderten zu Spanien

31.07.2026, 14:43 Uhr
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Ansicht von Ceuta im 16. Jahrhundert. (Foto: picture alliance / Heritage Images)

Immer wieder versuchen Migranten, die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla und damit die EU zu erreichen. Beide Städte gehören seit der Frühen Neuzeit zu Spanien, werden aber immer wieder von Marokko beansprucht.

Die an der Küste Nordafrikas gelegenen und von Marokko beanspruchten Städte Ceuta und Melilla sind seit Jahrhunderten unter der Kontrolle Spaniens. Beide gehen auf Gründungen der Phönizier zurück. Spanier und Portugiesen nahmen die Städte im 15. Jahrhundert ein. Die Eroberungen waren Teil der Reconquista, der christlichen Rückeroberung von Gebieten, die einst von arabischen Herrschern regiert wurden. Das betraf allerdings vor allem die iberische Halbinsel.

Ceuta, auf einer Halbinsel an der Meerenge von Gibraltar gelegen, wurde 1415 von den Portugiesen erobert. Die Spanier übernahmen 1580 mit der Annexion Portugals auch die Herrschaft über die Stadt. Ceuta blieb auch spanisch, als Portugal 1640 die Unabhängigkeit zurückerlangte: 1668 wurde das Gebiet offiziell abgetreten - die einstige portugiesische Herrschaft ist aber bis heute im identischen Wappen zu erkennen. Die heute gültige Grenze der Stadt wurde 1860 nach dem Spanisch-Marokkanischen Krieg festgelegt.

Das rund 225 Kilometer weiter östlich gelegene Melilla wurde 1497 von den Spaniern erobert. Melilla war vor 90 Jahren Ausgangsort des Militärputsches gegen die Zweite Spanische Republik. Am 17. Juli 1936 erhoben sich von hier aus spanische Truppen unter General Francisco Franco. Es war der Beginn des Spanischen Bürgerkriegs.

Nach der Unabhängigkeit Marokkos 1956 verblieben Ceuta und Melilla in spanischem Besitz - genau wie bis 1975 das Gebiet Westsahara, das danach von Marokko annektiert wurde. Ursprünglich galt dies zudem für die Stadt Sidi Ifni an der Atlantikküste. Ende der 1950er Jahre konnte Marokko einen Teil des Gebietes erobern. Auch auf internationalen Druck hin einigten sich Spanien, damals noch unter Franco, und Marokko unter König Hassan II. 1969 auf den spanischen Abzug aus Sidi Ifni.

Teil der EU, aber nicht der Nato

Ceuta und Melilla hingegen gehören bis heute zu Spanien. Seit 1995 verfügen beide Küstenstädte über ein Autonomiestatut. Sie sind Teil der Europäischen Union, aber vom EU-Zollgebiet ausgenommen und gehören auch nicht zum Schengen-Raum. Zudem sind sie nicht Teil der Nato. Sie sind allerdings wichtige spanische Militärstützpunkte.

Ihr jeweils kleines Territorium wird vom Mittelmeer und von Marokko eingeschlossen. Ceuta misst rund 18,5 Quadratkilometer und hat etwa 84.000 Einwohner, Melilla mit seinen rund 87.000 Einwohnern hat eine Fläche von etwa 12,3 Quadratkilometern - etwas größer als zum Beispiel der Berliner Stadtteil Kreuzberg.

Quelle: ntv.de, mli/dpa

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