Politik

Spekulationen um Merz-NachfolgeWüst nennt Kanzleramt "aktuell keine Option"

04.08.2026, 14:20 Uhr
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Folgt der eine auf den anderen? Wüst (l.) und Merz auf Schloss Augustusburg. (Foto: picture alliance/dpa)

Nach den jüngsten Personalrochaden überschlagen sich in Berlin die Spekulationen: Wie lange hält Bundeskanzler Merz noch durch, und wer könnte sein Nachfolger werden? Ein potenzieller Anwärter wiegelt nun erst mal ab. Doch es gibt ein Aber.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst hat Spekulationen zurückgewiesen, dass er Friedrich Merz als Bundeskanzler ersetzen könnte. Das Kanzleramt sei "aktuell keine Option" für ihn, sagte der CDU-Politiker im Podcast der Funke Mediengruppe. Allerdings bekräftigte er eine frühere Aussage, dass er eine mögliche Kanzlerkandidatur zu einem späteren Zeitpunkt nicht ausschließe.

"Wenn man ein so großes Land regiert wie Nordrhein-Westfalen, in dem sich die Stärken und Herausforderungen Deutschlands in einer kleineren Variante eins zu eins widerspiegeln, dann sollte man nie 'Nie' sagen", sagte Wüst. Zuletzt hatte unter anderem der "Spiegel" über eine mögliche Ablösung von Merz als Bundeskanzler spekuliert, sollte die CDU bei den anstehenden Landtagswahlen schlecht abschneiden.

Wüst wies auch Spekulationen über Spannungen in seinem Verhältnis zu Merz zurück. "Wir arbeiten wirklich gut zusammen", sagte Wüst im Podcast "Meine schwerste Entscheidung". "Da wird oft von außen mehr hereingeheimnisst als es ist. Wir sind unterschiedliche Typen, da liegen auch 20 Jahre zwischen, unterschiedliche Erfahrungshorizonte, aber wir arbeiten wirklich sehr ordentlich zusammen."

CSU-Chef Markus Söder hatte sich erst in der vergangenen Woche zu einer möglichen Kanzlerkandidatur geäußert. "Dieses Kapitel ist abgeschlossen", sagte der bayerische Ministerpräsident dem "Handelsblatt" auf die Frage, ob er noch einmal als Kanzlerkandidat zur Verfügung stünde, sollte es nötig sein. "Die Frage stellt sich heute nicht - und sie wird sich auch in Zukunft nicht mehr stellen."

Merz war zuletzt wegen der Neubesetzung von Spitzenämtern in der Bundesregierung in die Kritik geraten. So hatte er den Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn für einen größeren Umbau in Fraktion, Regierung und Partei genutzt. Es dauerte aber elf Tage, bis er mit der Ernennung neuer Minister den größten Teil abschließen konnte. Vor allem der Austausch von Verkehrsminister Patrick Schnieder befeuerte heftig geäußerten Unmut in Merz' eigener Partei.

Quelle: ntv.de, ghö/AFP/dpa

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