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"Eine von Herrn Groenewold entworfene Rede nie gehalten" Wulff dementiert Ghostwriter-Vorwürfe

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Ab November muss Ex-Bundespräsident Wulff sich wegen Korruptionsvorwürfen vor Gericht verantworten.

dpa

Der Anwalt von Christian Wulff weist die neuen Vorwürfe gegen den einstigen Bundespräsidenten scharf zurück: Wulff soll eine von Filmunternehmer David Groenewald entworfene Rede nie gehalten haben, der Bericht sei unwahr.

Der Anwalt von Ex-Bundespräsident Christian Wulff hat einen Zeitungsbericht zurückgewiesen, wonach sein Mandant als niedersächsischer Ministerpräsident eine vom Filmunternehmer David Groenewold entworfene Rede gehalten haben soll. "Herr Bundespräsident a.D. Wulff hat eine von Herrn Groenewold entworfene Rede nie gehalten. Die gegenteilige Darstellung ist falsch", teilte Anwalt Gernot Lehr mit. Mit diesem Vorwurf sei Wulff zu keinem Zeitpunkt konfrontiert worden.

Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" hatte unter Berufung auf Gerichtsunterlagen berichtet, dass Wulff 2005 in der Rede vor 150 Personen aus der Filmbranche einen damals von Groenewold geführten Filmfonds gelobt und sich gegen die geplante Abschaffung von Steuervorteilen für diese Anlageform eingesetzt hatte. Die Staatsanwaltschaft Hannover habe diesen bislang unbekannten Vorgang ermittelt. Die Rede werde auch im Beschluss des Landgerichts Hannover aufgeführt, den Prozess gegen Wulff und Groenewold wegen des Verdachts auf Vorteilsannahme und Vorteilsgewährung zu eröffnen.

Groenewold entwarf außerdem ein Anschreiben, in dem er sich für Wulffs Einsatz gegen eine steuerliche Begrenzung von Verlustabschreibungen für Filmfonds bedankte, berichtete die Zeitung weiter. Er nannte den damaligen Ministerpräsidenten in einem anderen Dokument seinen "einzigen Hoffnungsträger", nachdem Versuche gescheitert waren, andere Spitzenpolitiker für dieses Anliegen zu gewinnen.

Gut eineinhalb Jahre nach seinem Rücktritt wegen Korruptionsvorwürfen muss sich Wulff ab dem 1. November vor dem Landgericht Hannover verantworten. Eine Strafkammer hatte Ende August den von der Staatsanwaltschaft erhobenen Vorwurf der Vorteilsnahme zur Verhandlung zugelassen. Wulff muss sich aber nicht wie von den Anklägern gefordert wegen Bestechlichkeit verantworten. Damit droht eine geringere Strafe. Das frühere Staatsoberhaupt bestreitet alle Vorwürfe und lehnt eine Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldsumme ab.

Quelle: n-tv.de, rts

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