Politik

Nach Selbstmordanschlägen Zaun gegen Attentäter

Nach den palästinensischen Selbstmordanschlägen vom Pfingstwochenende will Israel innerhalb von sechs Monaten einen elektronisch gesicherten Grenzzaun zum Westjordanland errichten. Dies kündigte Verteidigungsminister Benjamin Ben-Elieser am Montag an.

Die Armee werde den geplanten 364 Kilometer langen Sicherheitszaun zwischen Israel und den Palästinensern innerhalb eines halben Jahres fertig stellen. Der elektronisch durch moderne Überwachungsgeräte gesicherte Zaun soll palästinensische Anschläge innerhalb Israels verhindern oder zumindest erschweren. Er wird voraussichtlich 220 Mio. Schekel (knapp 50 Mio. Euro) kosten.

Zwei Anschläge innerhalb 24 Stunden

Bei dem Anschlag auf dem Obst- und Gemüsemarkt der Küstenstadt Netanja waren am Sonntag drei Israelis und der Attentäter getötet und etwa 50 Israelis zum Teil schwer verletzt worden. Nur wenige Stunden später sprengte sich am Montagmorgen bei Megiddo in Nordisrael erneut ein Attentäter in die Luft. Drei Personen erlitten dabei einen Schock. Die Beamten vermuten, dass der Attentäter auf dem Weg in die nahe nordisraelische Stadt Afula war, wo Palästinenser bereits zahlreiche Anschläge verübt hatten. Zu dem Anschlag von Netanja bekannten sich zwei radikale palästinensische Gruppen, die Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) und die Islamisten-Bewegung Hamas.

In Israel herrscht seit den jüngsten Anschlägen wieder höchster Terroralarm. Die Polizei rechnet mit einer neuen Welle von Selbstmordattacken. Hamas-Sprecher Abdel Asis Rantisi bekräftigte am Montag, man werde die Anschläge fortsetzen, solange die israelische Besatzung in den Palästinensergebieten andauere.

Scharon entlässt Minister

Am späten Montagabend entließ Israels Ministerpräsident Ariel Scharon vier der fünf Minister der Schas-Partei, nachdem die ultraorthodoxe Partei im Parlament gegen einen Notstandsplan der Regierung gestimmt hatten. Auch nach dem Ausscheiden der Schas-Partei aus der Koalition würde Scharon eine Mehrheit von 65 der 120 Sitze in der Knesset behalten. Allerdings wäre der Likud-Chef künftig mehr als bisher auf die Unterstützung der Arbeitspartei angewiesen, deren Außenminister Schimon Peres einen weniger harten Kurs im Konflikt mit den Palästinensern befürwortet.

Quelle: n-tv.de