Auch Macron steht in der KritikZehntausende protestieren gegen Le Pens Wahlkampfauftakt
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Sechs Monate vor der französischen Präsidentschaftswahl liegt Marine Le Pen in Umfragen klar vorn. In Orléans formiert sich breiter Widerstand gegen ihre rechtspopulistische Politik. Die jüngsten Gewaltausbrüche könnten ihrer Partei womöglich nutzen.
Mehr als 10.000 Menschen haben im französischen Orléans gegen einen Parteitag des rechtspopulistischen Rassemblement National (RN) protestiert. Rund 50 politische Parteien, Gewerkschaften und Verbände hatten zu der Demonstration aufgerufen. RN-Fraktionschefin Marine Le Pen will am morgigen Sonntag mit einer Rede auf dem Parteitag offiziell ihren Präsidentschaftswahlkampf eröffnen.
Die Behörden in Orléans im Departement Loiret sprachen am Mittag von rund 11.000 Demonstranten, die Organisatoren von 26.000. Insgesamt wurden zum Parteitag der Rechtspopulisten 20.000 bis 30.000 Gegendemonstranten aus ganz Frankreich erwartet. Die Behörden befürchteten gewaltsame Ausschreitungen am Rande der Demonstration.
Die Teilnehmer protestierten sowohl gegen die rechtspopulistische RN als auch gegen Präsident Emmanuel Macron. "Macron, tritt zurück. Le Pen ins Gefängnis", riefen Menschen. Sechs Monate vor der Wahl liegt sie in Umfragen derzeit weit vorn.
Der Protest richtete sich auch gegen den mutmaßlich rassistisch motivierten Anschlag auf offener Straße im Großraum Paris am Vortag, bei dem ein Mensch erschossen worden war. Der Anschlag mache es erforderlich, sich gegen den RN zu versammeln, sagte der Bürgermeister von Saint-Denis, Bally Bagayoko, der an der Spitze des Demonstrationszuges marschierte. Macron hatte von einem "rassistischen Terroranschlag" gesprochen.
Auch in anderen Städten Frankreichs begannen am Samstag erneut Proteste. Am vergangenen Wochenende war es in Frankreich am Rande von Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem zu massiven Gewaltausbrüchen gekommen. Die Ausschreitungen könnten den Rechtspopulisten in die Hände spielen. Le Pen kündigte bereits an, im Fall eines Wahlsiegs "mit harter Hand" durchzugreifen.
