Politik

Islamisten verzichten auf Reisen Zustrom zum IS ebbt ab

Im Zeitraum von Juli 2015 bis Juni 2016 reisten monatlich fast 100 Islamisten aus Deutschland zur Unterstützung der Terrormiliz IS nach Syrien oder in den Irak. Einer Studie zufolge sind die Reisen nun "nahezu zum Erliegen gekommen".

Nur noch wenige Islamisten reisen aus Deutschland in die Kampfgebiete der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak. Die Reisen der IS-Unterstützer seien "nahezu zum Erliegen gekommen", steht nach Informationen von "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR in einer gemeinsamen Studie des Verfassungsschutzes und der Polizei. Sie solle Ende des Monats auf der Innenministerkonferenz im Saarland vorgelegt werden.

Es sei die bisher umfassendste Untersuchung der deutschen Dschihad-Szene, an der sich Behörden aus Bund und Ländern beteiligten. Die Ausrufung eines Kalifats durch den IS im Juni 2014 habe Islamisten weltweit "in bisher nicht da gewesenem Maß emotionalisiert und mobilisiert", heißt es in dem Papier.

Allein aus Deutschland hätten sich "zu Hochzeiten" fast 100 Personen im Monat auf den Weg in die Region gemacht. Bereits ein Jahr später habe es einen "drastischen" Rückgang gegeben: Zwischen Juli 2015 und Juni 2016 hätten "durchschnittlich weniger als fünf Ausreisen pro Monat" stattgefunden.

Zugleich werde in der Studie aber darauf hingewiesen, dass der IS seine Anhänger auffordere, "nicht mehr in das Kalifat auszureisen, sondern in ihren Heimatländern Anschläge zu begehen". Ob dies mit den rückläufigen Ausreisezahlen zusammenhänge, könne nicht beantwortet werden. Die Sicherheitslage für Deutschland habe sich dennoch verschärft, die Ideologie des IS finde immer noch viele Anhänger, wie die Anschläge in Deutschland bewiesen, heißt es in der Studie.

Quelle: n-tv.de, wne/dpa

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