Ratgeber
Freitag, 09. März 2012

Verwendeter Farbstoff in der Kritik: Coca-Cola stellt Produktion um

Ob der Farbstoff 4-MEI tatsächlich krebserregend ist, bleibt umstritten. Doch um nicht Warnhinweise auf Getränkedosen kleben zu müssen, ändert Coca-Cola die Produktion. Die Rezeptur freilich bleibe gleich, teilt der Konzern mit.

Wegen eines umstrittenen Farbstoffs, der möglicherweise krebserregend ist, hat Coca-Cola seine Produktion angepasst. "Wir haben unsere Karamellhersteller darum gebeten, dass sie den Produktionsprozess ändern, um den Gehalt an 4-MEI zu senken", erklärte eine Coca-Cola-Sprecherin auf Anfrage. Auch Konkurrent Pepsi wollte seine Produktion umstellen.

(Foto: RUETERS)

Cola-Getränke bekommen ihre dunkle Farbe durch Ammoniumsulfit-Zuckercouleur, das wiederum das sogenannte 4-Methylimidazol (4-MEI) enthält. Kalifornien führt 4-Methylimidazol auf einer Liste krebserregender Stoffe und hat für Nahrungsmittel einen Grenzwert von 29 Mikrogramm festgelegt. Bei einer Untersuchung von Coca Cola- und Pepsi-Dosen stellten Verbraucherschützer Werte zwischen 103 und 153 Mikrogramm 4-Methylimidazol fest.

Hintergrund für die Produktionsänderung ist ein kalifornisches Gesetz. Bliebe der amerikanische Getränkemulti tatenlos, müsste Coca-Cola in dem bevölkerungsreichsten US-Bundesstaat Warnhinweise auf seine Flaschen und Dosen drucken.

Die Coca-Cola-Sprecherin versicherte allerdings, die Karamellfarbe sei ungefährlich und sei dies auch schon immer gewesen. "Die Coca-Cola Company ändert nicht die weltberühmte Rezeptur unserer Coca-Cola-Getränke."

Ob 4-MEI tatsächlich krebserregend ist oder nicht, ist umstritten. Die kalifornische Gesundheitsbehörde OEHHA verweist auf einen Test an Mäusen, bei dem verstärkt Lungenkrebs aufgetreten sei.

2900 Dosen Cola trinken - über 70 Jahre

Der US-Getränkeverband hält dagegen: "Es gibt keine Studien, die belegen, dass Krebs bei Menschen hervorgerufen wird." Ein Mensch müsste überdies jeden Tag mehr als 2900 Dosen Cola trinken und das über 70 Jahre, um an jene Menge an 4-MEI heranzukommen, die den Mäusen verabreicht worden sei. Alle großen Gesundheitsbehörden in den USA, Europa und Kanada würden Zuckercouleur als sicher einstufen, erklärte der Verband.

Die Verbraucherschutzgruppe Center for Science in the Public Interest, die hinter der Untersuchung der Cola-Dosen steht, sieht das anders. Direktor Michael Jacobson erklärte, dass die Internationale Agentur für Krebsforschung, eine Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), 4-Methylimidazol im vergangenen Jahr als möglicherweise für Menschen gefährlichen krebserregenden Stoff ausgewiesen habe. Die Verbraucherschützer bemühen sich bei der US-Behörde für Lebensmittelsicherheit (FDA) um ein Verbot von Ammoniumsulfit-Zuckercouleur, das in einer Reihe von Nahrungsmitteln wie Soßen oder Kaffee verwendet wird.

Quelle: n-tv.de