Ratgeber

Unfall im Parkhaus Einparkhilfe ersetzt nicht den eigenen Blick

Autofahrer sollten sich nicht blind auf die technischen Hilfsmittel ihres Vehikels verlassen, zum Beispiel auf die Rückfahrkamera beim Einparken. Rumst es dennoch, ist nicht zwangsläufig das entsprechende Hindernis unzureichend gekennzeichnet.

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(Foto: imago stock&people)

Parkhausbetreiber weisen mit rot-weißem Klebeband ausreichend auf Hindernisse hin, die einen Parkplatz im Parkhaus beengen. Sie sind nicht dafür verantwortlich, w enn etwa eine Rückfahrkamera ein markiertes Hindernis nicht erkennt. Dies hat das Amtsgericht Hannover entschieden (Az.: 438 C 1632/14).

In dem verhandelten Fall hatte ein Autofahrer gegen einen Parkhausbetreiber geklagt, nachdem seine Frau im entsprechenden Parkhaus mit seinem Jaguar gegen eine gekennzeichnete Metallstrebe eines Lüftungsschachts gefahren war, die in den Parkraum ragte. Die Frau hatte beim Rückwärtseinparken die gesamte Zeit ausschließlich auf das Bild der Rückfahrkamera geschaut, in dem kein Hindernis angezeigt worden war. Der Mann argumentierte, es sei üblich, dass Fahrer von PKWs Einparkhilfen benutzten. Darauf habe sich auch ein Betreiber eines Parkhauses einzustellen und entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Insgesamt entstand ein Schaden von rund 2027,51 Euro. Diese Summe forderte der Jaguar-Besitzer vom Parkhausbetreiber mit seiner Klage zurück.

Ohne Erfolg. Das Amtsgericht Hannover wies diese als unbegründet zurück. Demnach ist auch ein Parkhausbetreiber im Rahmen der von ihm geforderten Verkehrssicherungspflicht nicht dazu verpflichtet, seine Kunden vor jeder erdenklichen Gefahr zu schützen. Es ist vielmehr ausreichend, einen Schutz vor jenen Gefahren bieten, mit denen ein Besucher einer Parkgarage nicht zu rechnen hat oder diese nur schwer zu erkennen sind. Nach Erkenntnissen des Gerichts waren die umstrittenen Metallstreben durch die rot-weiße Markierung, die der Parkhausbetreiber an den Metallstange angebracht hatte, ausreichend hervorgehoben. Er habe demzufolge keine Verkehrssicherungspflichten verletzt.

Entscheidend sei nicht, dass die Fahrerin die Strebe, gegen welche sie gefahren war, nicht auf dem Monitor der Rückfahrkamera erkannt hat. Vielmehr hätte sie bei ausreichender Aufmerksamkeit das Hindernis erkennen können und müssen, begründeten die Richter ihr Urteil.

Quelle: n-tv.de, awi

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