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Kontakt mit Headhuntern Fünf Dinge, die Sie beachten sollten

Selbst zum Hörer greifen: Will man einen Headhunter auf sich aufmerksam machen, sollte man ganz genau wissen, was man beruflich erwartet. Dann kann alles ganz schnell gehen. Foto: Jens Kalaene

Taucht auf der Seite des Headhunters eine passende Stelle auf, kann man sich auch selbst melden.

(Foto: dpa)

Ein Headhunter ruft an - womöglich der erste Schritt zu einer spannenden beruflichen Veränderung. Doch auf dem Weg dahin kann einiges schieflaufen. Hier eine Übersicht von Dos and Don'ts im Umgang mit Personalberatern.

Headhunter leben von ihrem Netzwerk. Davon, dass sie Firmen passende Kandidaten für offene Stellen vorschlagen können – und im besten Fall finden sie diese in der eigenen Kartei. Für Fach- und Führungskräfte mit Karriereambitionen ist es deshalb ungemein hilfreich, bei passenden Personalberatern präsent zu sein. Klassischerweise wird man vom Headhunter gefunden. Viele Berater reagieren aber auch auf aussagekräftige Initiativbewerbungen aufgeschlossen. Was sollte man im Kontakt mit dem Headhunter tun? Und was lieber bleiben lassen?

1. Ein Anruf ist noch kein Grund zum Feiern

Die meisten Menschen finden es schmeichelhaft, von einem Personalberater kontaktiert zu werden. Doch allein von der Berufsbezeichnung sollte man sich nicht blenden lassen. Denn mit den Headhuntern ist es wie mit den Maklern: Jeder, der möchte, darf sich so nennen und in den letzten Jahren sind entsprechende Agenturen wie Pilze aus dem Boden geschossen. Zunächst gilt es also, durch gezielte Fragen herauszufinden, ob man es mit einem seriösen Gesprächspartner zu tun hat. Interessant sind unter anderem die Referenzen. Es empfiehlt sich, dem Berater etwas auf den Zahn zu fühlen, um herauszufinden, ob er tatsächlich die wichtigen Leute in den genannten Unternehmen kennt.

Fragwürdig ist es immer, wenn Headhunter sich nicht zur ausgeschriebenen Stelle äußern wollen. Man sollte Offenheit erwarten können. Nur wenn die Position noch besetzt ist, kann es sein, dass es noch keine konkreten Informationen zum Auftraggeber gibt. Erfahrene Berater wüssten aber, wie sie mit solchen Situationen umgehen, so Christian Pape, der mit seiner Pape Consulting Group AG seit über 20 Jahren im Geschäft ist.

Ansonsten gilt beim ersten Kontakt: schön den Ball flach halten. Dass der Headhunter anruft, bedeutet zunächst einmal nur, dass man grundsätzlich für eine Position in Betracht kommen könnte. Nicht, dass man den Job schon in der Tasche hat.

2. Den richtigen Berater finden

Wer selbst den Kontakt zum Personalberater sucht, sollte schon etwas Vorarbeit leisten. Es bringt wenig, die eigene Bewerbung nach dem Gießkannenprinzip zu verteilen. Die meisten Berater sind auf bestimmte Branchen oder Bereiche spezialisiert und hier sollte man ansetzen. Zeit ist ein knappes Gut, das sollte Bewerbern klar sein: "Der Berater hat rund um die Uhr in seinen Projekten zu tun und selten Zeiten, in denen er entspannt vor dem Telefon sitzt, um auf Ihren Anruf zu warten.", betont Pape beim Karrierenetzwerk Experteer. "Der Headhunter ist nur interessiert, wenn Sie ihm etwas bieten können, also in seine Branche passen oder sich direkt für eine Stelle interessieren", sagt Pape. Wer sich für ein ganz bestimmtes Unternehmen interessiert, wendet sich am besten an dessen Personalabteilung und fragt, mit welchem externen Berater man zusammenarbeitet.

3. Richtige Bewerbung

Eine nichtssagende Massenmail wird vermutlich keine Türen öffnen. Bei einer Initiativbewerbung – und auch wenn der Berater die Unterlagen anfordert – sollte man gut strukturierte Dokumente einschicken, die einen schnellen Überblick erlauben. Für den ersten Blick in den Lebenslauf wird der Headhunter vermutlich nicht mehr als zehn Sekunden investieren. Umso wichtiger ist es, dass er eine ansprechende Übersicht bekommt und Stärken sofort ins Auge springen.

4. Falsche Erwartungshaltung

Im besten Fall bekommt man vom Headhunter eine kostenlose Karriereberatung. Standard ist das aber nicht – und das sollte man auch nicht erwarten. Ein Personalberater arbeitet in erster Linie für seine Klienten, also die Unternehmen, die ihm bei erfolgreicher Vermittlung eine Provision zahlen. Wenn er Zeit hat und an einem Kandidaten interessiert ist, wird er sich womöglich auch dessen Lebensgeschichte anhören und Tipps geben. Wer ungefragt loslegt und sich nicht mehr bremsen lässt, wird aber vermutlich auf keinen grünen Zweig kommen. Dann ist der erste Kontakt womöglich auch schon der letzte.

Kandidaten, die dafür bezahlen, können vom Headhunter aber auch eine professionelle Beratung bekommen, betont Pape: "Dafür müssen Sie vielleicht 100 Euro investieren, dies zahlt sich jedoch aus".

5. Kontakt halten

Wenn man nach einer Bewerbung bei einem Unternehmen nichts hört, schadet es üblicherweise nicht, nach einer angemessenen Frist nachzuhaken. Bei einem Headhunter ist das anders. Wenn ein Unternehmen eine Stelle besetzten will, durchforstet der Personalberater seine Datenbank nach passenden Kandidaten. Wer hier gefunden wird, der wird auch angerufen. Wer nicht, der passt wahrscheinlich einfach nicht zu den typischen Suchaufträgen des Beraters. "Versuchen Sie also nicht, den Headhunter alle vier Wochen zu kontaktieren", mahnt Pape. Dadurch erreiche man nur, dass er irgendwann genervt abwinkt. Wenn ein Berater an einem Kandidaten besonders interessiert ist, wird er womöglich auch von sich aus versuchen, Kontakt zu halten.

Wer Eigeninitiative zeigen will, sollte die Stellenausschreibungen auf der Seite des Beratungsunternehmens verfolgen. Ist eine Position ausgeschrieben, die auf das eigene Profil zutrifft, kann man sich in Erinnerung bringen. Das gilt insbesondere dann, wenn der erste Kontakt schon eine Weile zurückliegt. Denn irgendwann wird der Headhunter vermutlich davon ausgehen, dass der wechselwillige Kandidat inzwischen anderweitig untergekommen ist. Ein aktualisierter Lebenslauf oder anstehende wichtige Veränderungen könnten ein Grund sein, den Berater anzusprechen.

Quelle: ntv.de, ino