Ratgeber

Wenn der Putz bröckeltGefahr fürs Mauerwerk

11.09.2008, 14:28 Uhr

Der Putz bröselt, die Farbe blättert ab - das Alter hinterlässt seine Spuren am Haus. Dabei leidet nicht nur die Optik, sondern auch das Mauerwerk. Hausbesitzer sollten rechtzeitig handeln.

Der Putz bröselt, die Farbe blättert ab das Alter hinterlässt seine Spuren am Haus. Die Grenze zwischen leichter Patina und Verfall ist schnell überschritten, wenn das Mauerwerk nicht mehr vor Witterungs- und Schadstoffeinflüssen geschützt ist. Nach der Optik leidet durch Verfärbungen, Abplatzungen oder Zersetzungen auch die Bausubstanz, da Feuchtigkeit in das Mauerwerk eindringen kann.

Natürliche Feinde der Putzfassaden sind Staubpartikel, die mir Säuren und ölhaltigen Rußrückständen belastet sind. Den Grauschleier sollte man schon aus optischen Gründen überstreichen und damit zum Werterhalt des Hauses beitragen. Große Risse oder bröckelnder Putz sind wegen der ins Mauerwerk eindringenden Feuchtigkeit mehr als nur Schönheitsfehler. "Auf Dauer sind dann Schäden an der Bausubstanz programmiert. Hausbesitzer sollten mehr als 0,2 Millimeter große Risse in der Putzfassade auf jeden Fall instandsetzen", rät Reiner Pohl von der Initiative "Massiv mein Haus". Kleine Risse seien aber durch Setzungen bei jedem Haus normal.

"Stark sandende oder saugende Putze müssen vor dem Anstrich zur Verfestigung des Untergrunds mit Tiefengrund vorbehandelt werden", erklärt Ludger Küper vom Paint Quality Institute. Erst dann könne mit dem eigentlichen Anstrich begonnen werden. Bei der Materialienwahl empfiehlt der Experte sogenannte elastische Fassadenfarbe, da sich diese den witterungsbedingten Einflüssen besser anpasse.

Gelegenheit nutzen

Bei vielen Fassaden reichen neues Verputzen und Streichen nicht aus. Wenn bei Altbauten größere Sanierungsarbeiten anstehen sind Maßnahmen zur Verbesserung des Dämmstandards in der Energieeinsparverordnung (EnEV) zwingend vorgeschrieben. "Werden an Gebäuden über 20 Prozent einer Bauteilfläche verändert, muss die gesamte Bauteilfläche die neuen Anforderungen der EnEV erfüllen", erklärt der Architekt Ulrich Zink vom Bundesarbeitskreis Altbauerneuerung in Berlin. Bei einer Fassadensanierung seien diese 20 Prozent schon dann erreicht, wenn lediglich eine Fassadenseite renoviert wird.

Investitionen in eine energetische Sanierung von Fassaden rechnen sich aber auch für die Hausbesitzer. Denn durch einen verbesserten Wärmeschutz lässt sich der Heizbedarf deutlich senken und der Wert des Hauses steigern. Und wenn die Fassade neu gestrichen werden muss, entstehen ohnehin Kosten für das Verputzen, das Gerüst und die Baustelleneinrichtung.

Dämmen, aber wie?

Für die Dämmung der Außenwände stehen verschiedene bewährte Systeme zur Verfügung. Anerkannt und kostengünstig sind beispielsweise Wärmedämmverbundsysteme. Hier werden außen Dämmstoffe auf das Mauerwerk oder auch auf eine intakte Putzschicht angebracht. Die neuen Dämmstoffe werden anschließend verputzt.

Dabei ist zu bedenken, dass ein Wärmedämmverbundsystem das Aussehen eines Gebäudes verändern kann. Schwierigkeiten kann es bei Grenzbebauungen geben, falls für die neue Dämmschicht nicht mehr ausreichend Platz auf dem eigenen Grundstück vorhanden ist.