Geordnete FinanzenGeschäftskonto aus Selbstschutz
Auszahlungen an die Mitarbeiter, Scheckeinreichungen vom Auftraggeber, Überweisungen ans Finanzamt: Damit man den Überblick behält, sollte man ein Geschäftskonto einrichten.
Von Natascha Gillenberg
Ein Konto, von dem das Gehalt für die Angestellten genauso abgeht wie die Lastschrift für die private Handy-Rechnung, die Miete der Geschäftsräume und auch die Krankenkassenbeiträge für die Familie? Ein solches Durcheinander ist für eine ordentliche Geschäftsführung eher hinderlich, ganz zu schweigen von der Einkommens- und Gewerbesteuererklärung. Ein separates Geschäftskonto neben dem Privatkonto muss also her.
Das ist nicht nur sehr praktisch, sondern oft auch nötig. Kapitalgesellschaften müssen in der Regel für ihren Eintrag im Handelsregister die Eröffnung eines Geschäftskontos nachweisen. Aber auch für andere Firmen oder für Selbständige macht ein eigens für das Unternehmen eingerichtetes Konto die Buchhaltung insgesamt etwas übersichtlicher - auch fürs Finanzamt.
Gesch äftskonto einrichten aus Selbstschutz
Eine steuerrechtliche Vorschrift, die besagt, dass man ein Geschäftskonto anzulegen habe, gibt es allerdings nicht. "Viele machen das aber aus Selbstschutz", so Kristina Tschenett von der Senatsverwaltung für Finanzen in Berlin. Lasse man nämlich alle Rechnungen und Ausgaben, ob persönlich oder geschäftlich, über ein und dasselbe Konto laufen, erhalte das Finanzamt eben auch Einblick in den privaten Zahlungsverkehr. Wer das unangenehm oder unangemessen findet, trennt daher seine Konten. Denn dann kann sich das Finanzamt nur einen Eindruck von privaten Geldeinnahmen und -ausgaben verschaffen, wenn ein dringender, begründeter Verdacht besteht.
Die monatlichen Kontogebühren für ein Geschäftskonto richten sich in der Regel nach dem durchschnittlichen Habensaldo. Bei den meisten Banken kostet das Konto zwischen fünf und zehn Euro im Monat, wenn man weniger als 5000 Euro auf dem Konto verbuchen kann. Liegen die Einkünfte dauerhaft höher, sinken die Gebühren oder werden sogar ganz aufgehoben.
In dem Betrag enthalten sind oft eine festgelegte Anzahl belegloser Buchungen im Monat, Online- und Telefonbanking sowie mindestens eine EC-Karte. Kreditkarten, weitere und vor allem beleghafte Buchungen, Kontoauszüge und Bareinzahlungen kosten zusätzlich. Einen Blick sollte man auch auf die Verzinsung des Bankguthabens werfen: Manche Banken zahlen gar nichts, andere bis zu zweieinhalb Prozent. Prüfen sollte man auch, ob es die Möglichkeit für Scheckeinreichungen und Auslandsanweisungen gibt und wie die Konditionen dafür aussehen.
Gebührenpflichtige Geschäftskonten
Das Guthaben eines Geschäftskontos bei der Deutschen Bank wird nicht verzinst. Dafür sorgt die Einrichtung für einen Rabatt von 50% auf den Grundpreis des Privatkontos. Ist man bereit, knapp zehn Euro und mehr monatlich an Grundgebühren zu zahlen, ist der Erhalt einer Kreditkarte kostenfrei, ansonsten muss man 2,50 Euro im Monat für sie berechnen. Buchungen kosten grundsätzlich: Beleglose Buchungen bis zu 0,15 Euro, beleghafte bis zu 1,50 Euro.
Bei der HypoVereinsbank zahlt man für ein Business-Konto 15 Euro Gebühren im Monat, wenn weniger als 10 000 Euro an Anlagevermögen zu verbuchen sind. Mit steigendem Guthaben sinken zwar die Gebühren, kostenlos wird die Führung aber erst, wenn man insgesamt mindestens 75 000 Euro bei der HVB angelegt hat (dabei zählen auch Einlagen von Familienmitgliedern). Das Guthaben wird hier verzinst, wenn auch nicht besonders hoch: 1,5 Prozent erhält man ab 10 000 Euro, ab 30 000 Euro sind drei Prozent fällig. Dafür werden ec- und Kreditkarte kostenlos zur Verfügung gestellt. Ebenfalls in den Gebühren enthalten sind Gutschriften und Online-Überweisungen. .
Vorausgesetzt, ein kalkulierbarer Teil des Guthabens wird nicht bewegt, erscheint es sinnvoll, sich zusätzlich zum Geschäftskonto ein separates Tagesgeldkonto anzulegen. Dort wird das Guthaben wesentlich besser verzinst, außerdem ist ein täglicher Zugriff erlaubt.
Die Commerzbank bietet ein solches Tagesgeldkonto kostenlos gleich im Kombipaket zusammen mit dem Geschäftskonto an. Dabei handelt es sich um ein Tagesgeldkonto "mit Autopilot", wie die Bank es nennt: Die Kontostände werden automatisch ausgeglichen. Hat das Geschäftskonto ein Guthaben über einem bestimmten Limit zu verzeichnen, geht dieser Betrag automatisch auf das Tagesgeldkonto über. Ist das Geschäftskonto dagegen unter ein festgelegtes Betrag geraten, wird die fehlende Summe durch eine Übertragung vom Tagesgeldkonto wieder aufgestockt.
Buchungen kosten hier von Anfang an Gebühren: Beleglose 0,09 Euro, beleghafte satte 0,99 Euro. Für eine Kreditkarte kommen Kosten von monatlich rund fünf Euro hinzu. Die Verzinsung des Guthabens liegt bei maximal 1,7 Prozent.
Für ein Geschäftskonto muss ein Kunde grundsätzlich höhere Gebühren bezahlen als für ein Privatkonto. Viele überlegen aus diesem Grund, sich lieber ein zweites Privatkonto einzurichten. Doch das verstößt mitunter gegen interne Vorschriften der Banken: Im Vertrag für ein Privatkonto kann festgehalten sein, dass es nicht für geschäftlichen Verkehr genutzt werden darf. Nicht immer haben Banken damit ein Problem: Die Deutsche Bank zum Beispiel erlaubt grundsätzlich, ein Privatkonto für den geschäftlichen Zahlungsverkehr zu nutzen. Allerdings kommt ein Privatkunde auch nicht in den Genuss aller Zusatzleistungen, die zu einem Geschäftskonto gehören.
Man sollte sich genau im Klaren darüber sein, wie viele Buchungen man monatlich erwartet, und wie viele Schecks darunter sind. Entsprechend sollte man prüfen, ob ein Geschäftskonto mit einer höheren monatlichen Grundgebühr letztendlich billiger sein kann, wenn Scheckeinreichungen oder eine höhere Zahl an Überweisungen darin bereits enthalten sind und nicht einzeln zusätzlich abgerechnet werden müssen.
Kostenloses Geschäftskonto
Ein kostenloses Geschäftskonto wird von der Cronbank angeboten. Da die Cronbank eine Direktbank ist, kann das Konto nur übers Internet geführt werden und auch nur im Guthabenbereich. Das Geld wird bis zu 2,25 Prozent verzinst. Eine Kreditkarte ist für 7,50 Euro im Jahr zu bekommen.
Ebenfalls kostenlos, aber nur für Freiberufler ist das Geschäftskonto bei der DKB (Deutsche Kreditbank Berlin). Das Angebot gilt allerdings nur für in Berlin und Brandenburg ansässige Kunden. Die Guthabenzinsen liegen bei mageren 0,5 Prozent, dafür ist die Kreditkarte kostenlos. Auf das Visa-Card-Konto wird zur Zeit ein Zinssatz von 3,8 Prozent gezahlt.
Ob das Konto von einer natürlichen oder juristischen Person eröffnet wird, spielt übrigens keine Rolle. Wichtig ist, dass die Unternehmen, die im Handelsregister eingetragen sind, diesen Registerauszug bei der Kontoeröffnung zur Legitimation vorlegen. Das gilt für Selbständige bzw. Freiberufler selbstverständlich nicht .