Ratgeber

Teuer muss nicht gut sein Kaffee-Portionsmaschinen im Test

Kapseln oder Pads? Entscheidet allein der Preis, ist die Frage leicht zu beantworten. Doch wer einen guten Espresso schätzt, der wird trotzdem lieber in Kapselkaffee investieren. Für jedes System gibt es gute Maschinen - aber auch welche mit Macken, so die Stiftung Warentest.

16768139.jpg

Auch mit Kapselmaschinen lässt sich Lungo brühen. Der hat aber wenig mit herkömmlichem Filterkaffee zu tun.

(Foto: picture alliance / dpa)

Kaffee aus Kapseln und Pads boomt: Bis zum Jahr 2016 dürfte das Geschäft mit dem Portionskaffee ein Drittel des gesamten Kaffeemarkts in Westeuropa ausmachen, schätzt der Lebensmittelkonzern Mondelez. Das könnte mit der wachsenden Zahl von Single-Haushalten zusammenhängen, aber auch damit, dass immer mehr Menschen feststellen, dass Portionssysteme für sie ziemlich praktisch sind: Kein Abmessen von Kaffeepulver, kein langes Warten, kaum Reinigungsaufwand - ein Knopfdruck reicht und schon fließt die gewählte Kaffeesorte in die Tasse. Wer sich für eine Portionsmaschine (zum Siebträgermaschinen Vergleich) interessiert, muss sich entscheiden: Kapsel oder Pad? Und welches Fabrikat? Hilfe kommt jetzt von der Stiftung Warentest, die acht Kapselmaschinen und sechs Padmaschinen geprüft hat.

Um es vorwegzunehmen: Wie beim Filterkaffee ist es nicht ganz egal, welche Maschine den Kaffee brüht, denn für beide Systeme gibt es sowohl passable Geräte als auch welche mit Macken. Insgesamt reichten die Ergebnisse von "gut" bis "ausreichend". Ob man sich für ein Kapsel- oder ein Padsystem entscheidet, ist zunächst mal eine Frage der Kaffeevorlieben. Die Kapselmaschinen im Test sind für den klassischen Espresso ideal, weil sie mit hohem Druck arbeiten: Mit 15 bis 19 Bar schießt das Wasser in die Kapseln - Pad-Maschinen bringen es gerade mal auf ein bis zwei Bar. Das Ergebnis entspreche hier eher dem "traditionellen deutschen Kaffee", stellt die Stiftung Warentest fest. Nun kann man mit Kapselmaschinen auch Lungos zubereiten und mit Pad-Maschinen auch Espresso. Die Tester prüften aber die jeweiligen "Kernkompetenzen": Mit Kapseln brühten sie Espresso, mit Pads Kaffee.

Guter Kaffee aus Pad-Maschinen

Bei den Kaffeebeuteln war der Vergleich einfacher: Pads sind mit jeder Maschine kompatibel und so kam in alle Maschinen der gleiche Standard-Kaffee von Senseo Classic. Geschmacksunterschiede ließen sich damit eindeutig auf die Geräte zurückführen. So groß waren die Varianzen aber ohnehin nicht: Aus allen Maschinen kam ordentlicher starker Kaffee ohne störende Fremdaromen. Auch die Crema war durchaus konkurrenzfähig, einzig die Lifetec MD von Aldi Nord bekam keine ordentliche Schaumkrone hin.

Deutlich größer hingegen die Unterschiede bei den Kapsel-Maschinen. Jeder Hersteller hat seine eigenen Kapseln, lediglich bei Nespresso gibt es inzwischen Konkurrenz durch andere Anbieter. Ansonsten gilt: In die Cafissimo passen nur Tchibo-Kapseln, in die Bosch-Tassimo nur Tassimo-Kapseln und so weiter. Die Tester versuchten diese Unterschiede durch die Wahl von ähnlichen Sorten auszugleichen. Dennoch lässt sich natürlich nicht sagen, ob die sehr abweichenden Ergebnisse allein auf die Maschinen zurückzuführen sind. Wenig überzeugend waren die AEG Favola, die mit Kapseln von Lavazza arbeitet sowie die schicke, aber teure FrancisFrancis mit ihren ebenfalls teuren Illy-Hülsen. Die beiden Nespresso-Geräte hingegen konnten sensorisch überzeugen.

Beim täglichen Gebrauch lief kein Gerät dauerhaft einwandfrei. Die Pad-Maschinen machten aber mehr Probleme. Auffällig war das Kleckern und Tröpfeln insbesondere bei der Kaffemaschine Petra, die nach fast jeder Tasse gereinigt werden musste, etwa weil Kaffee auch aus der Pad-Schublade herauslief. Ähnliche Mängel traten es bei der WMF 5 Black und dem Aldi-Gerät auf.

Die Marktführer liegen vorn

Alle drei schneiden im Gesamtergebnis dann auch nur "befriedigend" ab. Die beiden besten Pad-Maschinen kommen von Senseo und liegen mit rund 96 bzw. 76 Euro preismäßig im Mittelfeld. Auch bei den Kapsel-Maschinen bekommen nicht die teuersten Maschinen die besten Noten. Die De Loghi Nespresso Pixie gibt es im Schnitt für unter 110 Euro, die ebenso gut platzierte Krups Citix Nespresso für 150 Euro. Beide bieten den für Kapsel-Maschinen ungewöhnlichen Vorteil, dass sie sich nach dem Fall des Nespresso-Monopols auch mit anderen Kapseln füttern lassen. "Gut" schnitt aber auch Boschs Tassimo ab.

Eine Empfehlung für Kapsel- oder Padmaschinen spricht die Stiftung Warentest nicht aus. Hier entscheidet vor allem der individuelle Geschmack. Wer Espresso oder Cappuccino schätzt, ist mit Kapseln besser bedient. Für Pads spricht vor allem die größere Auswahl des Kaffees und dessen Preis: Neun Euro werden hochgerechnet für ein Pfund Senseo fällig, Nespresso-Freunde müssen für die gleiche Menge Kaffee 35 Euro bezahlen. Auch das grüne Gewissen spricht für Pads: Sie lassen sich umweltfreundlich auf dem Kompost oder in der Biotonne entsorgen. Kapseln hingegen – egal, ob aus Alu oder Kunststoff – brauchen nicht nur bei der Herstellung mehr Material und Energie, sondern müssen auch aufwendiger recycelt werden.

Quelle: ntv.de, ino

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.