Ratgeber

Nach der Trennung Kann das Auto zurückgefordert werden?

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Bevor man größere Geschenke macht, sollte man eventuell noch mal seine Gefühle prüfen.

(Foto: imago stock&people)

Geschenkt ist geschenkt - wiederholen ist gestohlen, heißt es. Doch gilt dies auch, wenn im Überschwang der Gefühle ein Auto verschenkt wurde - die Beziehung dann aber vor die Wand fährt?

Ist das Herz voll, läuft meist der Mund über, was wohl so viel heißen soll wie Verliebte (oder auch unglücklich Verliebte) können nicht anders, als über ihre wie auch immer gearteten Gefühle zu reden. Manchmal ist allerdings auch die Geldbörse betroffen - dann verleiten zumindest die positiven Emotionen zur Großzügigkeit.

Doch nicht immer ist die große Liebe für die Ewigkeit. Und auch dann sind nicht selten, Herz, Mund und das Portemonnaie betroffen. Nur eben, dass von der Liebe Enttäuschte dann ihre Geschenke zurückfordern.

Aber geht das so einfach? Jein, denn nur in bestimmten Fällen kann eine Schenkung auch zurückgefordert werden. Zum Beispiel dann, wenn der Gönner verarmt, oder der Zweck der Schenkung entfällt. Oder auch, wenn der Beschenkte dem Schenker gegenüber schwere Verfehlungen begeht oder sich ihm gegenüber grob undankbar verhält. Aber auch, wenn eine Schenkung innerhalb einer Beziehung über das hinausgeht, was Partner für das tägliche Zusammenleben benötigen und bei einem der Partner zur Bildung eines dauerhaften erheblichen Vermögenswertes führt.

Mit genau letzterer Problematik hatte sich das Landgericht (LG) Köln (Az.: 3 0 280/16) zu befassen. Hier hatte ein Mann seiner damaligen Freundin ein Auto geschenkt. Konkret, einen Mini One für rund 6000 Euro. Hiermit sollte diese nach einem geplanten Umzug in eine gemeinsame Wohnung weiterhin ihren Arbeitsplatz erreichen können. Doch die Liebe zerbrach und der einstige Gönner verlangte die Rückgabe des Wagens. Er behauptete, er und seine Ex seien verlobt gewesen und er habe ihr das Fahrzeug anlässlich des Verlöbnisses gekauft, sie sprach dagegen von einer "On-Off-Beziehung" und verlangte im Gegenzug die Herausgabe der Winterreifen, welche sich noch bei ihrem Verflossenem befanden.

Das LG befand, dass die Frau nicht nur den Wagen behalten durfte, sondern verdonnerte den Mann auch dazu, die Winterreifen herauszurücken. Denn angesichts der Vermögensverhältnisse des Klägers sah das Gericht in der Zuwendung des Minis zwar eine teure, nicht aber eine für ihn finanziell besonders herausragende Leistung. Und da dieser deshalb den Wagen nicht zurückfordern kann, stehen der Frau auch die dazugehörigen Reifen zu.    

Quelle: n-tv.de, awi