Ratgeber
Freitag, 30. Mai 2014

Vorsicht beim Autokauf: Kann man einen Unfallwagen zurückgeben?

Tolles Auto, guter Preis. Und der Händler versichert auch noch, dass der Gebrauchtwagen unfallfrei ist. Zugreifen also? Zumindest nicht, ohne sich auch die Zusagen über den Zustand des Fahrzeuges schriftlich geben zu lassen.

Grundsätzlich empfiehlt es sich beim Pkw-Kauf, nicht auf mündliche Erklärungen des Verkäufers zu vertrauen, sondern entsprechende Vereinbarungen in den schriftlichen Kaufvertrag aufzunehmen.
Grundsätzlich empfiehlt es sich beim Pkw-Kauf, nicht auf mündliche Erklärungen des Verkäufers zu vertrauen, sondern entsprechende Vereinbarungen in den schriftlichen Kaufvertrag aufzunehmen.

Wenn in einem Kaufvertrag die Unfallfreiheit eines Autos garantiert wird und sich der Wagen später als nicht  unfallfrei herausstellt, kann die die Rückabwicklung des Pkw-Kaufvertrags verlangt werden. Dies hat das Landgericht Coburg entschieden (Az. 41 O 555/13).

In dem verhandelten Fall hatte eine Frau bei einem Kfz-Handel einen gebrauchten Audi A 4 für 6500 Euro gekauft. Im Kaufvertrag war schriftlich eingefügt "unfallfrei". Weiterhin wurde formuliert, dass dem Verkäufer "auf andere Weise Unfallschäden" nicht bekannt seien. Einige Zeit nach dem Kauf erklärte die Frau unter Berufung auf einen Unfall des Autos den Rücktritt vom Kaufvertrag und wollte ein Rückabwicklung. Sie behauptete, dass der gekaufte Audi einen massiven Unfallschaden erlitten hatte. Eine ordnungsgemäße Reparatur sei nicht erfolgt. Deswegen wollte sie ihren Kaufpreis in Höhe von 6500 Euro zurück, zudem entgangene Zinsen und Ersatz für notwendige Verwendungen von 1150 Euro. Der Kfz-Händler behauptete hingegen, dass das Auto keinen Unfall gehabt hätte. Es seien nur Schäden durch Kratzer und Dellen am Kotflügel vorhanden gewesen. Dies habe die Käuferin gewusst.

Erheblicher Unfallschaden

Das Landgericht Coburg stellte auf die erfolgte Klage der Frau hin fest, dass der Wagen einen erheblichen Unfallschaden erlitten hatte. Lediglich bei geringfügigen ausgebesserten Blechschäden und "Schönheitsfehlern" dürfe von Unfallfreiheit gesprochen werden. Die Beweisaufnahme hatte demnach ergeben, dass das Auto mindestens zwei Unfälle erlitten hatte. Ein Vorbesitzer schilderte einen großen Unfall.

Deshalb durfte die Frau den Rücktritt erklären. Der Verkäufer hatte eine Garantie für die Beschaffenheit des Autos "hinsichtlich der Unfallfreiheit " übernommen. Deswegen bekam die Klägerin den Kaufpreis von 6500 Euro sowie Zinsen hierauf zugesprochen. Auch die von der Klägerin vorgelegten Rechnungen über Arbeiten zur Erhaltung und Wiederherstellung oder Verbesserung des Autos in Höhe von 1150 Euro bekam sie ersetzt.

Grundsätzlich empfiehlt es sich beim Pkw-Kauf, nicht auf mündliche Erklärungen des Verkäufers zu vertrauen, sondern entsprechende Vereinbarungen in den schriftlichen Kaufvertrag aufzunehmen. Ohne eine schriftliche Erklärung hat der Käufer Probleme, eine entsprechende Vereinbarung nachzuweisen.

Quelle: n-tv.de

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