Ratgeber

Explosionsgefahr zu groß Kein zusätzlicher Sauerstoff für Raucher

Rauchen gefährdet die Gesundheit. So weit so schlecht. Das die Bedrohung aber nicht nur vom Tabakqualm ausgeht, muss ein Mann erfahren, der um seine bereits bestehenden Raucherleiden zu lindern ein Flüssigsauerstoffsystem von der Krankenkasse fordert.

«Nicht mehr rauchen» - das ist ein Neujahrsvorsatz, den viele Menschen in diesen Tagen fassen. Foto: Franziska Koark

In Deutschland nimmt die Zahl der Raucher nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums seit gut zehn Jahren stetig ab.

(Foto: dpa-tmn)

Ein Raucher, der trotz Lungenerkrankung und zu ger ingem Sauerstoffgehalt im Blut nicht mit dem Rauchen aufhören will, hat keinen Anspruch auf ein mobil nutzbares Flüssigsauerstoffsystem. Das hat das Das Sozialgericht Heilbronn entschieden (Az.: S 9 KR 4030/13 ER).

In dem verhandelten Fall raucht ein heute 66-Jähriger seit seinem 14. Lebensjahr - derzeit täglich noch ca. zehn Zigaretten. Seit Jahren leidet er an einer chronischen Lungenerkrankung und an einem zu geringen Sauerstoffgehalt im Blut, was, bei ihm zu Atemnot führen kann. Daher versorgte ihn seine Krankenkasse (KKH) vor rund drei Jahren mit einem Sauerstoffkonzentrator. Diesen nutzte er nur unregelmäßig.

Seinem Antrag, ihn mit einem auch mobil nutzbaren Flüssigsauerstoffsystem zu versorgen, entsprach die Krankenkasse vorläufig für zwei Monate. Nach erfolgter Prüfung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) lehnte sie eine zeitlich darüber hinausgehende Versorgung ab. Wenn der Mann mit dem Rauchen aufhöre und den Konzentrator nunmehr regelmäßig nutze, könne er aber mit Flüssigsauerstoff versorgt werden, sofern dann immer noch ein zu geringer Sauerstoffgehalt im Blut bestehe.

Der hiergegen gerichtete Eilantrag mit dem Ziel, ihn vorläufig bis zur Entscheidung über seine Klage mit mobil einzusetzendem Flüssigsauerstoff und einem Beatmungsgerät zu versorgen, wurde vom Sozialgericht Heilbronn allerdings abgelehnt.

Das Gericht urteilte, dass es für den Mann zumutbar sei, den Ausgang des derzeit rechtshängigen Klageverfahrens S 15 KR 4254/13 abzuwarten. Denn der bei ihm vorhandene zu geringe Sauerstoffgehalt im Blut könne mit dem zur Verfügung stehenden Konzentrator ausreichend behandelt werden. Angesichts bestehender Explosionsgefahr bei gleichzeitiger Verwendung von Feuer sei das mobil nutzbare Flüssigsauerstoffsystem für ihn auch gar nicht geeignet, solange dieser das Rauchen nicht einstelle, so das Gericht.

Quelle: ntv.de, awi