Ratgeber

Weiblich, ledig, Garagenparker Kfz-Versicherung mit Fallstricken

Die Versicherung für das Auto hat einen großen Nachteil: Sie kostet Geld. Selbst wenn der letzte Unfall schon Jahre zurückliegt und ein Diebstahl noch nie vorgekommen ist, müssen regelmäßig Beiträge gezahlt werden. Kein Wunder also, dass sich viele Autofahrer zum turnusmäßigen Termin des möglichen Anbieter-Wechsels nach günstigeren Möglichkeiten umschauen. Dabei sind allerdings nicht nur die Tarife ein Thema - häufig locken die Versicherer auch mit unterschiedlichen Rabatten. Die haben den Vorteil, dass sie die Beiträge unter bestimmten Voraussetzungen senken könne. Interessenten sollten sich allerdings bewusst sein, dass es bei Rabatten den einen oder anderen Haken geben kann.

Mittlerweile gibt es bei der Autoversicherung eine ganze Reihe an Rabatten. "Zu den üblicheren Möglichkeiten zählen sicher der Garagen- oder auch der Kilometer-Rabatt", sagt Stephan Schweda, Sprecher des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Der sogenannte Garagenrabatt steht dafür, dass ein geringerer Versicherungsbeitrag gezahlt wird, wenn der Wagen nicht auf der Straße, sondern in einer Garage geparkt wird. Der Grund für den Nachlass ist naheliegend: Hinter der abgeschlossenen Garagentür besteht ein geringeres Risiko, dass der Wagen entwendet wird.

Ähnlich ist es bei den Rabatten, die damit zusammenhängen, dass der Versicherte angibt, nur eine begrenzte jährliche Kilometerleistung mit dem Wagen zu fahren. So ein Wenigfahrer ist daher nicht so oft auf der Straße unterwegs - und damit ist auch die Unfallgefahr geringer als bei einem Vielfahrer.

Unübersichtlicher Tarifdschungel

Allerdings beweisen die Versicherungen einiges an Kreativität - die Menge der möglichen Rabatt-Arten ist unübersichtlich geworden. So gibt es laut dem Auto Club Europa (ACE) zum Beispiel auch einen Öko-Rabatt, wenn der Versicherungsnehmer ein sparsames Fahrzeug lenkt. Der Hausbesitzer-Rabatt senkt die Prämie, wenn der Kunde im Eigenheim lebt, der "Lady"-Rabatt steht zur Verfügung, wenn das Auto nur von einer Frau gefahren wird, und der Einzelfahrer-Rabatt gilt, wenn immer nur eine bestimmte Person am Lenkrad sitzt. Daneben gibt es den Berufsgruppen-Rabatt, den Zweitwagen-Rabatt, den Sicherheitstrainings-Rabatt, den Fahrerkreis-Rabatt und, und, und.

Doch ist nicht alles Gold, was glänzt. Denn ein Rabatt ist zwar ein Nachlass auf den Beitrag - was aber nicht bedeutet, dass es hier am günstigsten ist. Laut ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner gilt nämlich eine Faustformel: "Je mehr Rabatte, desto höher ist der Grundtarif, der zu entrichten ist." Schließlich wollen die Versicherungen keine Geschenke machen: Rabatte sind Marketingmaßnahmen, deren Ziel allein darin besteht, möglichst viele neue Kunden anzuwerben.

Und weil das so ist, sollte auch auf mögliche Fallstricke im Zusammenhang mit Nachlässen geachtet werden. "Bei Rabatten ist es zuerst einmal wichtig, darauf zu schauen, was man tatsächlich sparen kann", sagt Jost Kärger, Versicherungs-Jurist des ADAC. "Dann ist es aber auch noch wichtig zu schauen, was passiert, wenn man die Voraussetzungen nicht einhalten kann oder sie verletzt."

Vertragsstrafen möglich

Denn ohne Einschränkungen gibt es die Rabatte nicht. "Ein Problem kann dadurch entstehen, dass sogenannte Vertragsstrafen vereinbart werden", erklärt Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. "Diese Vertragsstrafen sind allerdings sehr unterschiedlich." Sie können fällig werden, wenn der mit einem Garagen-Rabatt versicherte Wagen nicht in der Garage stand, als der Autodieb zugeschlagen hat. Die Versicherung regelt den Fall dann zwar meist wie gewohnt. Als Vertragsstrafe kann aber zum Beispiel ein Jahresbeitrag zusätzlich fällig werden - und dass der Rabatt künftig nicht mehr gewährt wird, dürfte ebenfalls klar sein.

Wer sich also für einen Rabatt interessiert, sollte ihn mit Bedacht in Anspruch nehmen. "Es kommt auch auf die genaue Formulierung an", sagt Jost Kärger. "Zum Beispiel darauf, ob es heißt "muss in der Garage stehen" oder "muss regelmäßig in der Garage stehen"." Denn "muss in der Garage stehen" bedeutet, dass der Wagen daheim immer hinter der verschlossenen Tür abgestellt werden muss.

"Man muss solche Dinge für sich selbst kritisch hinterfragen", so der ADAC-Jurist. Und zu hinterfragen ist nicht nur die aktuelle Situation, sondern auch die nahe oder fernere Zukunft. "Eine der Fragen, die man sich stellen sollte, lautet: Kann ich die Anforderungen auch künftig einhalten?" Schließlich kann eine berufliche Veränderung für einen bisherigen Wenigfahrer mit hohen Kilometerleistungen verbunden sein, und nach einem Wohnungswechsel ist das Parken in der Garage unter Umständen gar nicht mehr möglich.

Quelle: n-tv.de