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Kaltschaummatratzen im Vergleich Liegezonen sind überbewertet

"Wie man sich bettet, so liegt man", sagt ein altes, sehr bekanntes Sprichwort. Bei Matratzen ist dies wörtlich zu verstehen. Die Schlafunterlage kann darüber entscheiden, ob man am nächsten Tag gut ausgeruht ist oder schlecht und unruhig schläft oder gar mit Rückenschmerzen aufwacht.

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Wer entspannt aufwachen will, sollte auf einer guten Matratze einschlafen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wer an der Matratze spart, spart an der falschen Stelle. Bei einer durchschnittlichen Schlafdauer von sieben Stunden täglich verbringen wir über 2500 Stunden pro Jahr im Bett oder, anders ausgedrückt, über 100 Tage. Da sollte es egal sein, ob eine gute Matratze 100 oder 200 Euro mehr als das günstigere Angebot kostet.

Die Stiftung Warentest hat 17 Kaltschaummatratzen mit Probanden und im Labor getestet. Dabei spielen die Liegeeigenschaften natürlich die wichtigste Rolle. Aber darüber hinaus soll eine Matratze auch frei von Schadstoffen sein.

Rund drei Millionen Kaltschaummatratzen gehen jedes Jahr in Deutschland über die Ladentheke. Jede zweite Matratze ist aus diesem Material. Der Schaum besteht aus einem Kunststoff auf Erdölbasis, der meist in riesigen Blöcken hergestellt und später dann in Matratzenblöcke geschnitten wird. Eigentlich sind diese weiß, aber damit die Marketingabteilung die Werbung besser konzipieren kann, werden die Matratzen eingefärbt.

Augenwischerei mit Liegezonen

Bis zu sieben unterschiedliche Liegezonen haben einige Matratzen. Diese sind aber völlig überflüssig, meinen die Tester. Drei Liegezonen reichen demnach völlig aus. Viel wichtiger als solche Angaben ist das Probeliegen. Auf die Härteangaben der Hersteller ist nämlich kein Verlass. Die Matratzen einer Härte werden zwar aus dem gleichen Material hergestellt, aber je nachdem, welchen Teil man aus dem Block bekommen hat, kann die gleich deklarierte Matratze unterschiedlich hart sein. Beim Kauf sollte man deshalb auf eine Rückgabemöglichkeit achten.

In keiner Matratze wurden Schadstoffe gefunden, obwohl einige Exemplare selbst nach einer Woche noch sehr intensive Gerüche abgaben. Auch bei Geruchsbelästigung sollte man auf ein Umtauschrecht bestehen.

Günstigste mit Bestnote

Insgesamt fällt das Ergebnis erfreulich gut aus. Zwölf der 17 getesteten Matratzen in der Standardgröße 90 mal 200 Zentimeter werden mit "gut", der Rest mit "befriedigend" bewertet. Das Preisspektrum reicht von 400 bis 800 Euro, wobei die "Vitalis Star" von Matratzen Concord die beste Note (2,1) erhielt und gleichzeitig auch die günstigste Matratze im Test war. Mehr auszugeben lohnt daher nicht.

Im Test fehlen leider Kaltschaummatratzen, die deutlich unter 400 Euro kosten. Angebote in diesem Preissegment sind keine Seltenheit und müssen ebenfalls nicht schlecht sein. So erhielt beispielsweise 2005 eine Ikea-Matratze von der Stiftung Warentest ein ebenfalls mit den aktuell geprüften Matratzen vergleichbares Urteil. Der Kaufpreis betrug allerdings nur 99 Euro. Auch in einem Schnelltest Anfang dieses Jahres bewerteten die Tester eine bei Lidl erhältliche Matratze mit "hart und gut", die gerade mal 70 Euro gekostet hat.

Quelle: n-tv.de

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