InternetapothekenMedikamente zum halben Preis
Rund 450 Euro gibt jeder Deutsche jährlich für Medikamente aus. Nicht gerade wenig. Wer seinen Bedarf bei Anbietern aus dem Internet deckt, braucht nicht so tief in die Tasche zu greifen.
Rund 450 Euro gibt jeder Deutsche jährlich für Medikamente aus. Nicht gerade wenig. Wer seinen Bedarf bei Anbietern aus dem Internet deckt, braucht nicht so tief in die Tasche zu greifen - davon ist zumindest der Rentner Aribert Gruhl aus Siegen überzeugt. "Man kann tatsächlich sparen", meint er. "Im Einzelfall muss man das natürlich kritisch prüfen, aber in der Regel liegt die Kostenersparnis bei 10 bis 50 Prozent".
Fest steht: Internetapotheken haben aufgeholt. Vor einigen Jahren attestierte die Stiftung Warentest mehreren Anbietern schlechten Service und lange Lieferzeiten. Die aktuellen Testergebnisse sind deutlich positiver: Die besten fünf Internetapotheken schnitten alle mindestens mit "gut" ab. Testsieger sanicare schafft so gar die Note 1,9, vor curavendi, Docmorris, versandapo.de und zurrose.de.
Die Rabatte auf verschreibungsfreie Medikamente können sich sehen lassen. Ein Beispiel: Das Schmerzgel Voltaren kostet laut unverbindlicher Preisempfehlung 12,95 Euro. Der günstigste Anbieter im Internet berechnet 56 Prozent weniger. Asprin gibt es um bis zu 62 Prozent billiger im Netz, beim Hustenlöser ACC akut 600 spart man bis zu 70 Prozent.
Doch Vorsicht: Versandkosten können das vermeintliche Schnäppchen zum Draufzahl-Geschäft werden lassen. Portofreie Lieferungen sind ab einem Bestellwert von 20 bis 60 Euro üblich. Vorausschauende Käufer setzen deshalb, wie Aribert Gruhl, auf Sammelbestellungen.
Wer bietet was?
Pionier auf dem deutschen Markt war vor einigen Jahren der niederländische Anbieter DocMorris. Mittlerweise ist das Angebot der Versand-Apotheken kaum noch zu überschauen. Einen Überblick über die verschiedenen Preise und Versandkosten bieten Medikamenten-Preisvergleichssuchmaschinen, weiß Kai Helge Vogel von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen: "Wenn man das gesuchte Medikament eingibt, bekommt man eine relativ lange Liste. Von dort aus kommt man direkt zum jeweiligen Anbieter und kann dort nicht verschreibungspflichtige Medikamente bestellen."
Fazit: Wer nicht auf eine klassische Beratung angewiesen ist und weiß was er will, kann bei Internetapotheken einiges sparen. Dabei sollte man sich aber nicht vom Schnäppchen-Jagdinstinkt leiten lassen, das verleitet nur dazu, mehr zu bestellen als man braucht: "Möglicherweise versucht man ein günstiges Angebot mitzunehmen, obwohl man das Mittel gar nicht benötigt. Oder man bestellt eine größere Zahl von Arzneimitteln, um die Portokosten zu umgehen", sagt Apotheker Gero von Fircks.
Und so schaut auch Aribert Gruhl trotz gelegentlicher Internetbestellungen auch bei seiner Hausapotheke herein. Denn für ein einzelnes Mittel oder ein Rezept ist die Apotheke um die Ecke immer noch erste Wahl.