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Streit in der Wohnanlage Muss der Hund an die Leine?

Hunde gehören an die Leine - sollte man meinen. Zumindest dann, wenn von dem Tier eine Gefahr ausgeht oder dies zumindest so empfunden wird. Oder doch nicht? Das Amtsgericht München kennt die Antwort.

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(Foto: picture alliance / dpa)

Ein freilaufender Hund beeinträchtigt nicht das Recht eines Wohnungseigentümers, sein Eigentu m ungestört zu nutzen. Dies hat das Amtsgericht AG) München entschieden (Az.: 113 C 19711/13).

In dem verhandelten Fall ärgerte sich ein Miteigentümer und Bewohner einer Wohnungseigentümergemeinschaft über einen nicht angeleinten Hund in der Wohnanlage. Der Besitzer des Tieres ist Mieter in derselben Anlage. Eine Genehmigung zur Haltung des Hundes durch die Eigentümergemeinschaft und des Vermieter lag vor.

Doch der Miteigentümer störte sich daran, dass der Hund nach seinen Angaben jung und ungestüm sei. So habe das Tier einmal versucht, die Ehefrau des Mannes zu beschnüffeln und an ihr hochzuspringen. Diverse Male hätten er und seine Ehefrau ihren Weg ändern oder abwarten müssen, um eine Begegnung mit dem Hund zu vermeiden. Er fühlte sich durch den nicht angeleinten Hund beeinträchtigt und in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Mit seiner Klage wollte er erreichen, dass das Gericht den Besitzern einen Leinenzwang auferlegt, wenn der Hund sich außerhalb der Wohnung auf dem Gelände der Eigentümergemeinschaft befindet.

Ohne Erfolg. Das Gericht gab dem Halter und Mieter der Wohnanlage recht. Die Hausordnung sehe keine Leinenpflicht für Hunde auf der Anlage vor, so dass danach die Mieter nicht zum Anleinen verpflichtet sind, befand die zuständige Richterin.

Auch sei der Kläger nicht in seinem Eigentumsrecht beeinträchtigt. Der Mann und seine Ehefrau können ihre Wohnung und die Gemeinschaftsflächen ungehindert nutzen, auch wenn sich der Hund dort aufhält. Demnach geht von dem Hund keinerlei Gefahr aus. So ist das Beschnuppern beziehungsweise Hochspringen an der Ehefrau des Mannes sofort von den Hundehaltern unterbunden worden.

Darüber hinaus ist die Haltung des Tieres genehmigt gewesen. Das Recht eines Miteigentümers reicht ohnehin nur so weit, wie es von der Gemeinschaftsordnung und den Beschlüssen der Eigentümergemeinschaft ausgestaltet ist, stellte das Gericht klar. 

Quelle: n-tv.de, awi

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