Ratgeber

RentenrenditeRiskanter als Aktien?

25.08.2008, 16:42 Uhr

Rentner bekommen auch künftig mehr Geld ausgezahlt, als sie an Beiträgen in die gesetzliche Altersvorsorge eingezahlt haben. Die monatliche Auszahlung sinkt dennoch.

Das klingt beruhigend: Rentner bekommen auch künftig mehr Geld ausgezahlt, als sie an Beiträgen in die gesetzliche Altersvorsorge eingezahlt haben. Die Deutschen Rentenversicherung (DRV) hat ihre Berechnungen zur internen Rendite der gesetzlichen Rente aktualisiert und kommt auch für die jüngeren Jahrgänge noch zu "deutlich positiven Renditen". Diese dürften Kapitalanleger freilich kaum in Jubelstimmung versetzen: Wer zwischen 2020 und 2040 in Rente geht, kann mit einer Durchschnittsrendite zwischen 2,8 und 3,3 Prozent rechnen. Die DRV betont das Positive: Unter Renditegesichtspunkten zeige sich eine weitgehende Gleichbehandlung der heute 30- bis 50- jährigen Beitragszahler.

Das zur Deutschen Bank gehörende Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) verweist indes darauf, dass das Risiko für Rendite-Einbußen bei der gesetzlichen Rentenversicherung in den vergangenen 30 Jahren höher gewesen sei als am Kapitalmarkt. Seit 1970 hätten sich für "Standardrentner" aller Jahrgänge die Renditeerwartungen deutlich verschlechtert, heißt es in einer DIA- Studie, mit der für zusätzliche private Vorsorge geworben wird. Mit einem Aktiendepot würden die Anleger besser fahren, so das Fazit: "Die Wahrscheinlichkeit mit einem Aktiendepot auf Sicht von 30 Jahren eine negative Rendite zu erzielen, ist gemessen an historischen Werten praktisch Null", so Co-Autor Reinhold Schnabel.

Lobbyisten-Kritik

Kritiker warfen dem DIA wiederholt "Alarmismus" vor. Auch bei Kapitallebensversicherungen gebe es erhebliche Risiken mit drohenden Verlusten, hieß es bei der Stiftung Warentest. Zudem sei die gesetzliche Rente kein bloßes Sparprodukt, sondern Altersvorsorge plus Absicherung von Risiken. Auch wenn das Rentenalter bis 2029 von 65 auf 67 Jahre angehoben werde, bleibe die Rendite positiv, ermittelte die "Stiftung Warentest" im Juli. Sicher vor Verlusten sind auf jeden Fall diejenigen, die heute in Rente gehen. Ein lediger 65jähriger Mann, der 45 Jahre lang von einem Durchschnittseinkommen Beiträge gezahlt hat und laut aktueller Statistik noch knapp 17 Jahre zu leben hat, kommt auf eine Rendite von 3,5 Prozent.

Eine gleichaltrige Frau kann wegen ihrer längeren Lebenserwartung mit 4,1 Prozent rechnen. Auf diesen Wert kommen auch verheiratete Männer. Für die Rentenzugänge der Jahre 2020, 2030 und 2040 ergeben sich laut DRV jeweils fast identische Renditen für ledige Männer (2,8 Prozent) und für Frauen und verheiratete Männer (3,3 Prozent).

Weniger Rente, dafür länger

Klar ist aber auch, dass das Bruttorentenniveau für die Jüngeren bis zum Jahr 2030 deutlich sinken wird: Ein Rentner, der 45 Jahre lang durchschnittlich verdient und Beiträge bezahlt hat, bekommt laut Stiftung Warentest als Rente vor Abzug von Steuern und Sozialbeiträgen noch knapp 40 Prozent des durchschnittlichen Bruttolohns. Derzeit sind es 48 Prozent. Dass die Rendite dennoch gleich bleibt, liegt an der steigenden Lebenserwartung: es gibt zwar weniger Rente, dafür wird sie länger gezahlt.