Ratgeber

Laute Wohnung So schaltet man Lärmquellen aus

Lärm kann krank machen. Aber was, wenn man dem ausgerechnet in der eigenen Wohnung nicht aus dem Weg gehen kann? Umbauten können helfen - wenn man weiß, wo man ansetzen muss.

Ist der Lärm aus der Nachbarwohnung nur noch mit Kopfhörern zu ertragen, sollten sich Mieter an ihren Vermieter wenden. Foto: Kai Remmers

Viele Lärmquellen lassen sich durch bauliche Maßnahmen deutlich verringern.

Straßenverkehr, Fluglärm, Musik und Stimmengewirr aus Kneipen und Clubs oder einfach nur die polternden Schritt e des Nachbarn: Eine laute Wohnung kann für diejenigen, die darin leben, zur Nervenprobe werden, schließlich will niemand in den eigenen vier Wänden dauerhaft mit Ohrstöpseln herumlaufen. Handwerklich begabte Menschen haben aber durchaus Möglichkeiten, den Schall zu reduzieren.

Oft kommt der Lärm durch das geschlossene Fenster. Wer an Straßen, in Flughafennähe oder am Bahndamm wohnt, ist mit modernen Schallschutzfenstern gut beraten. Allerdings verlangen die Modelle besondere Sorgfalt beim Einbau. Denn Schallschutzgläser sind mit bis zu etwa zehn Millimetern mindestens doppelt so dick wie normale Scheiben und entsprechend schwer. Zudem müssen die Vorschriften für einen luftdichten Einbau beachtet werden. Solche Arbeiten sind bei professionellen Handwerkern deshalb oft besser aufgehoben, insbesondere wenn man die neuen Fenster-Fördermittel in Anspruch nehmen will. Für die braucht man nämlich meistens eine Handwerkerrechnung als Beleg.  

Erfahrene Heimwerker können Schallschutzfenster im eigenen Haus auch selbst einbauen", ist er sich sicher. Im Baumarkt findet man die entsprechenden Fenster, ebenso wie die passenden Dämm- und Füllschäume für den luftdichten und wärmeisolierenden Einbau. Dabei sollte man auf die Auszeichnung achten, rät Michael Pommer, der an der DIY-Akademie in Köln angehende Heimwerker trainiert: "Ein Schallschutz von 30 bis 60 Dezibel ist durchaus effektiv."

Trittschall ist vermeidbar

Auch in den ruhigsten Wohngegenden ist man nicht vor den Geräuschen der anderen Wohnparteien gefeit. Bei harten Fußböden mit unzureichender Trittschalldämmung bekommen die Nachbarn jeden Schritt mit. Und das stört oft auch die Bewohner selbst. Doch man kann vorbeugen: "Wer Laminat verlegt, sollte darunter eine Trittschalldämmung einplanen", erklärt Pommer. Auch Teppiche oder andere Bodenbeläge dämpfen den Schall. "Wichtig ist, darauf zu achten, dass die Rückseite des Teppichs aus geschäumtem Material besteht. Nur dann nimmt er optimal den Schall auf."

Um sich selbst vor Geräuschen aus der Nachbarschaft zu schützen, können die Innenwände gedämmt werden. Das geht gut mit Gipskartonplatten, auf deren Rückseite Schalldämm-Materialien wie Styropor oder Fasermaterialien mit Gummi angebracht werden. Die Anschlüsse der vorgesetzten Bauteile dürfen die Wand nicht direkt berühren.

Nicht immer offensichtlich

Soll das Dach gedämmt werden, müssen Dämmstoffe mit einer höheren Masse eingesetzt werden. Geeignet sind etwa Holzfaserplatten. Auch hier ist eine flexible Verkleidung der inneren Schale notwendig. Auf einer Federschiene können doppellagige Gipskartonplatten aufgebracht werden, die wirkungsvoll gegen Lärm schützen.

"Oft sind nachträglich ausgetauschte Ver- und Entsorgungsleitungen die Ursache für schlechten Schallschutz", erläutert Pommer. Getrennt vom Baukörper muss eine Vorwand errichtet werden und natürlich  müssen auch alle Rohre und Leitungen gedämmt werden. Solche Details erkennt aber oft nur ein Fachmann, Laien suchten meistens an der falschen Stelle, so die Erfahrung vom Schallschutzprüfer Christian Michale vom TUV-Nord. "Hören sie Krach aus der oberen Wohnung, denken sie, dass dem mit der Dämmung ihrer Decke beizukommen ist. Dabei kann es sich um Nebenwegübertragungen handeln." Dann verbreitet sich der Schall zum Beispiel über die Wände, und eine Deckendämmung wäre völlig unnütz. Stattdessen müssen die Wände gedämmt werden. Eigentümer sollten deshalb besser einen Fachmann in die Wohnung holen, bevor die mit den Arbeiten beginnen.

Quelle: n-tv.de, ino/dpa

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