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Nur Greise profitieren Sofortrente lohnt selten

Einmal Geld einzahlen und lebenslang Rente kriegen - das Geschäft mit den Sofortrenten boomt. Die Sache lohnt sich allerdings nur, wenn man richtig alt wird, hat "Ökotest" herausgefunden. Eine gute Alternative für alle, die etwas Zeit mitbringen, sind aufgeschobene Rentenpolicen.

Einen Herzenswunsch konnte sich Heesters erst Anfang dieses Jahres erfüllen, als er am 16. Februar 2008 zum ersten Mal nach fast einem halben Jahrhundert wieder in seiner holländischen Geburtsstadt Amersfoort auftrat.

Die Chancen, heestersche Altersdimensionen zu erreichen, werden stetig besser.

Wenn die Rente naht, stellt sich die Frage: Wie reicht das vorhandene Geld für den Rest des Lebens? Einfach auf dem Tagesgeldkonto liegenlassen wäre eine Lösung. Lebt man länger, als das Geld reicht, hat man allerdings Pech gehabt. Eine Option sind Rentenversicherungen gegen Einmalbetrag. Die Versicherungsbranche verspricht dafür laufende Verzinsungen von durchschnittlich 4,2 Prozent – was im Moment sicher nicht das Schlechteste ist. So wundert es auch nicht, dass Einmalpolicen boomen: Im letzten Jahr sei das Volumen mit einem Plus von 60 Prozent "regelrecht explodiert", meldet die Zeitschrift "Ökotest", die Sofortrenten und aufgeschobene Einmalpolicen analysiert hat.

Aufschieben lohnt sich

Während die Auszahlung bei Sofortrenten – wie der Name schon sagt – gleich beginnt, sammelt man bei aufgeschobenen Einmalpolicen erst einmal Zinsen an. Ob nur ein Jahr, zehn oder noch mehr: 2,25 Prozent Zinsen pro Jahr sind sicher, wie bei jeder anderen Rentenversicherung auch. Hinzu kommt die Überschussbeteiligung.  

Das rechtzeitige Anlegen lohnt sich: Im Vergleich zur Sofortrente werden im Schnitt 14 Euro mehr Rente im Monat garantiert, hat "Ökotest" ausgerechnet. Die  prognostizierte Monatsrente liegt sogar um 30 bis 32 Euro höher als bei der Sofortpolice – natürlich immer abhängig von der Vorlaufzeit. Aufschubpolicen sind zudem relativ flexibel. Der Kunde kann das Kapital zu Rentenbeginn auch auf einen Schlag abrufen. Das ist insbesondere dann zu empfehlen, wenn man sich nicht mehr gesund fühlt.

Wette auf ein langes Leben

Wie bei jeder anderen Rentenversicherung gilt nämlich auch bei der Einmalpolice – egal ob aufgeschoben oder sofort beginnend: Man schließt eine Wette auf ein langes Leben ab. Bei Sofortrenten müsste man schon mindestens 90 werden, damit sich die Sache lohnt. Ein Tod mit 80 Jahren würde bei allen von Ökotest untersuchten Anbietern ein Verlustgeschäft bedeuten – zumindest, wenn man nur die Garantieverzinsung zugrunde legt. Bei den Testsiegern der Aufschubpolicen lässt immerhin die prognostizierte Rentenerwartung hoffen. So wären Frauen im SLR1-Tarif der InterRisk schon mit 80 Jahren mit 0,22 Prozent leicht im Plus, Männer dürfen noch optimistischer sein und kommen auf 0,87 Prozent prognostizierte Rendite.   

Anders dagegen die echten Sofortrenten. Der Ökotest-Musterkunde, der zum Rentenbeginn 40.000 Euro eingezahlt hat, steht mit 80 Jahren immer noch im Schnitt mit 1,58 Prozent im Minus. Frauen liegen mit 2,57 Prozent noch weiter zurück. Geht man nur von der Garantieverzinsung aus, ist das Defizit sogar sehr viel höher. Nun hat das letzte Hemd bekanntlich keine Taschen und dem Versicherten könnte der Verlust ziemlich egal sein. Meistens will man aber auch seine Angehörigen abgesichert wissen. Das geht, indem man eine Rentengarantiezeit vereinbart. Dann fällt die Rente zwar etwas schmaler aus, sie wird aber auch nach dem Tod des Versicherungsnehmers bis zum vereinbarten Zeitpunkt weitergezahlt.  Noch mehr Flexibilität gibt es mit der Option "Beitragsrückgewähr im Rentenbezug". Dann bekommen nicht nur die Erben im Todesfall das Restkapital ausgezahlt, man kann sich das Geld auch selbst wieder als Einmalbetrag ausschütten lassen. Der Nachteil: So viel Freiheit schmälert die Rente.  

Die Besten

Um das meiste aus der Einmalzahlung herauszuholen, empfehlen die Ökotester unbedingt eine Police mit Aufschubzeit. Als günstig haben sich - wenig überraschend - die Direktversicherer im Test erwiesen. Den InterRisk-Tarif können Kunden, die keine Beratung brauchen, provisionsfrei abschließen. Auch die Tarife von Ergo Direkt, Hannoversche Leben, Mamax und WGV versprechen gute Renditen. Bei den Frauen landeten zudem Cosmos Direkt und Asstel auf den vorderen Rängen.   

 

Quelle: n-tv.de, ino

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