Ratgeber

Wer braucht noch Beutel? Staubsauger im Test

Noch nie konnte ein beutelloser Staubsauger im Vergleich mit seinen Beutelkollegen im Test überzeugen. Diese Ära ist jetzt zu Ende. Die Stiftung Warentest kürt einen Box-Sauger zum Testsieger. Das heißt allerdings nicht, dass sich der Kauf wirklich lohnt.

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(Foto: picture alliance / dpa)

Staubmäuse - wer kennt sie nicht. Besonders im Winter ziehen sie sich in Wohnungen und Häuser zurück. Offensichtlich ist es ihnen draußen zu kalt. Beim kleinsten Windhauch sausen sie vorzugsweise über harte Böden wie Fliesen, Laminat oder Parkett. Im Schlafzimmer sind sie besonders fruchtbar und vermehren sich reichlich.

Abhilfe bei solchen Plagen schafft nur ein Gerät, das vor fast 150 Jahren in den USA erfunden wurde. 1876, elf Jahre später, ließen sich Anna und Melville Bissell ein Gerät patentieren, das auf einem Pferdewagen montiert war. Mit einem langen Schlauch wurde das Haus gereinigt. Die Luftpumpe dieses Saugers wurde noch per Hand betrieben.

Da hat man es heute viel einfacher, wenngleich es wohl fast niemanden auf der Welt gibt, der wirklich gerne Staub saugt. Doch wenn man sich schon mit dieser Aufgabe abfinden muss, dann soll es wenigstens schnell und effizient zugehen. Das wiederum hängt nicht nur vom Geschick des Menschen hinter der Maschine ab, sondern auch von der Maschine selbst.

Staub muss im Gerät bleiben

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Seit fast 150 Jahren nicht mehr aus dem Haushalt wegzudenken: der Staubsauger.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Stiftung Warentest hat sich zwölf Staubsauger besorgt und den Angriff auf die Staubmäuse gestartet. Eigentlich könnte man denken, dass alle Sauger gleich sind. Im Prinzip müssen die Geräte nichts anderes machen als vor 150 Jahren: per Luftstrom wird Staub und Dreck in einen Behälter gesaugt. Fertig.

Doch die Kunst liegt im Detail. Die Aufnahme der Staubfasern klappt nicht überall gleich gut, und es kommt auch darauf an, dass der Staubsauger den vorne aufgesaugten Staub nicht hinten wieder rauspustet und in kleinen Partikeln in der Wohnung verteilt. Zudem soll es heutzutage auch stromsparend und leise zugehen. Hier trennt sich dann doch die Spreu vom Weizen.

Nicht nur eine Glaubensfrage war bisher, ob ein Staubsauger auch einen Staubbeutel braucht oder ob es reicht, den aufgesaugten Dreck in einem Vorratsbehälter zu lagern, den man dann einfach leert. Auch wenn den beutellosen Staubsauger bereits vor 30 Jahren James Dyson erfunden hat, konnten die Testergebnisse bislang nie an die Beutelkollegen heranreichen. Das ist nach diesem Test Geschichte. Erstmals belegt ein beutelloser Staubsauger zusammen mit einem Beutelgerät Platz eins – auch wenn es kein Gerät der Marke Dyson ist.

Bosch und Siemens vorn

Die Tester bescheinigen dem Bosch Roxx'x BGS61430 mit einem "gut" den Testsieg. Endlich, könnte man denken. Denn die Staubsaugerbeutel-Mafia macht über die Jahre glänzende Geschäfte mit dem teuren Zubehörartikel. Doch bei genauerem Hinsehen hat man sich zu früh gefreut. Das Boschgerät teilt sich den Testsieg mit dem Beutelsauger Siemens Z 3.0 VSZ31455, das zudem noch beim Stromverbrauch punkten kann.

Da der Staubsauger von Siemens nur die Hälfte des Boschsaugers kostet, bringt der beutellose Sauger nicht gerade ein Plus in die Kasse – obwohl er deutlich günstiger als der Dyson-Sauger ist. Zudem beklagen die Tester, dass das Entleeren des Staubbehälters nicht gerade zu den angenehmen Aufgaben im Leben gehört. Da ist der Staubbeutel wesentlich hygienischer.

Egal, für welchen Testsieger Sie sich entscheiden, dieselbe Firma freut sich über den Kauf. Bosch und Siemens kommen nämlich aus einem Haus: der Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH.

Quelle: ntv.de

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