Ratgeber

Umstieg auf IP-Telefonie Telekom kündigt 300.000 Altverträge

ISDN oder analoge Telefonie sind bald Vergangenheit: Bis 2018 will die Telekom komplett auf Internet-Technik umstellen. Weil die Zeit drängt, werden Hunderttausenden Kunden jetzt die Verträge gekündigt.

Die Deutsche Telekom beschleunigt den Umstieg zum Telefonieren über das Internet in einigen Regionen mit Kündigungen der bestehenden Verträge. Es gehe vor allem um die ersten Netze mit dem besonders schnellen VDSL-Internet, die in 53 Städten eingerichtet worden seien, sagte der zuständige Telekom-Manager Ingo Hofacker. Rund 300.000 Kunden seien betroffen.

Grund für das Vorgehen ist Zeitdruck durch Regulierungsvorgaben. Zur Genehmigung der neuen Vectoring-Technik für schnelleres Internet gehört auch, sie bis Ende 2016 anzubieten. Mit den alten VDSL-Netzen sei sie aber nicht kompatibel, erläuterte Hofacker. Um die Frist einhalten zu können, greife die Telekom auch zu Kündigungen.

Bei IP-Telefonie werden Gespräche in Form von Datenpaketen über das Internet verschickt. Das Telefon wird dabei direkt in den Internet-Router eingestöpselt. Die Kunden müssen dafür unter Umständen einen neuen Router kaufen. Dafür sind die aktuellen Tarife in der Regel günstiger als bei den vor einigen Jahren abgeschlossenen Verträgen. Die Telefone können in der Regel weiter genutzt werden. Dabei sollten sich die Betroffenen keine Extras aufschwatzen lassen, die sie nicht brauchen: Wenn von Beratern gesagt werde, Kunden müssten bei der Umstellung zwingend auch zusätzliche Angebote wie den Fernsehdienst Entertain dazubuchen, sei das "kompletter Quatsch", sagte der Telekom-Manager.

Probleme sind angeblich behoben

Die Telekom will zum Jahr 2018 die Netze in ganz Deutschland von ISDN oder alter analoger Technik auf IP-Telefonie umstellen. Derzeit gebe es rund 3,5 Millionen Kunden, die über Internet-Technologie telefonieren. "Pro Woche werden 50.000 bis 60.000 Kunden auf IP-Telefonie umgestellt", sagte Hofacker. Die Probleme in der IP-Telefonie, die es in den vergangenen Monaten gegeben hatte, seien inzwischen behoben.

Der Telekom geht es bei der Umstellung auch um mehr Effizienz im Betrieb. "Sprache ist das Einzige, was noch nicht als IP-Dienst über die Netze läuft", sagte Hofacker. "Die Technik für Sprachtelefonie ist am Ende von ihrem Lebenszyklus angekommen." Mit IP-Telefonie werde sie komplett abgeschaltet werden können. Die Umstellung werde auch Bandbreite freigeben, die heute für Sprache reserviert werde.

Quelle: n-tv.de, ino/dpa

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