Ratgeber

Gekündigte Lebensversicherung Verluste lassen sich absetzen

Wer eine Lebensversicherung vorzeitig kündigt, bekommt oft weniger heraus als er eingezahlt hat. Doch in manchen Fällen kann man den Fiskus an dem Verlustgeschäft beteiligen.

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Wer eine Versicherung früh kündigt, bekommt meist gar nichts heraus.

(Foto: imago stock&people)

Lebensversicherungen laufen meistens über mehrere Jahrzehnte. Zumindest sollten sie das, doch längst nicht alle Sparer halten so lange durch. Fast jeder zweite Vertrag wird vorzeitig aufgelöst und oft ist das ein Verlustgeschäft. Gerade bei Verträgen, die erst wenige Jahre alt sind, bekommen Kunden wegen der Abschlussgebühren meist deutlich weniger zurück, als sie eingezahlt haben. Ein Trost: Unter Umständen können sie den Fiskus an diesen Verlusten beteiligen.

Voraussetzung ist, dass man an anderer Stelle mit Kapitalvermögen Gewinne erwirtschaftet hat. Wer mehr als 801 Euro (Ehepaare: 1602 Euro) durch Zinsen, Dividenden oder Wertpapiergeschäfte einnimmt, muss 25 Prozent Abgeltungssteuer bezahlen. Auf Antrag verrechnet das Finanzamt den Verlust aus der Lebensversicherung mit den Gewinnen aus Kapitalvermögen, so dass eine anteilige Erstattung herauskommt.

Gibt es im betreffenden Jahr keine ausreichenden Kapitalerträge, werden die Verluste vorgetragen – so lange, bis sie vollständig ausgeglichen sind. Die Arbeit lohnt sich also, auch wenn aktuell keine positiven Kapitalerträge absehbar sind. Um Verluste geltend zu machen, muss man die Anlage KAP ausfüllen und die "Überprüfung des Steuereinbehalts für bestimmte Kapitalerträge" beantragen. Außerdem sollte man die Steuerbescheinigung der Lebensversicherung beifügen.

Die Sache funktioniert allerdings nur bei Verträgen, die ab 2005 abgeschlossen wurden. Denn für sie gilt: Falls man bei einer Kündigung mit einem Plus abschließt, muss dieser Ertrag auf jeden Fall versteuert werden. Im Umkehrschluss lassen sich die Verluste auch verrechnen. Bei älteren Verträgen kommt man dagegen um die Abgeltungssteuer herum, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Die wichtigste: Die Versicherung muss mindestens zwölf Jahre gelaufen sein.    

Übrigens: Auch wenn man nach einer Kündigung weniger herausbekommt als man eingezahlt hat, führt die Versicherung Abgeltungssteuer an das Finanzamt ab. Denn der Rückkaufswert – auch wenn er noch so niedrig ist – enthält Zinsen, die versteuert werden müssen. Oft ist es deshalb sinnvoller, die Versicherung zu  verkaufen, vorausgesetzt man findet einen seriösen Käufer.

Quelle: ntv.de, ino

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