Ratgeber

DieselpartikelfilterWas die Nachrüstung kostet

18.05.2007, 07:48 Uhr

Aufgebockt und ran an die Auspuffanlage. Mit Inkrafttreten der neuen Feinstaubverordnung werden verdächtig viele Dieselfahrzeuge in Deutschlands Werkstätten gesichtet.

Aufgebockt und ran an die Auspuffanlage. Mit Inkrafttreten der neuen Feinstaubverordnung werden verdächtig viele Dieselfahrzeuge in Deutschlands Werkstätten gesichtet. So beispielsweise auch bei ATU in Berlin. Objekt der Begierde sind Dieselrussfilter. "Die Nachfrage und Einbau von Filtern sind erheblich gestiegen", so Andreas Sommerfeld von ATU. Gab es noch Anfang des Jahres vielleicht zwei Anfragen pro Tag in der Werkstatt sind es jetzt fünf bis zehn. Die Kunden möchten wissen, ob eine Umrüstung möglich ist und unter welchen Bedingungen man einfach so weiterfahren kann.

Seit dem 1. März werden alle Fahrzeuge in vier Emissionsklassen eingeteilt. Erkennbar wird dies an unterschiedlich farbigen Feinstaubplaketten. Nur wer eine grüne Plakette bekommt darf immer überall hin. Wann und wo Autos mit gelber, roter oder gar keiner Plakette stehen bleiben müssen, regeln die einzelnen Städte.

Grundsätzlich gilt: Der Einbau des Russfilters hebt den Diesel in eine höhere Emissionsklasse. "Die Filter selbst kosten im Schnitt 600 bis 1000 Euro", weiß Andreas Leue von der Zeitschrift Auto-Straßenverkehr. Der exakte Preis ist abhängig vom Fahrzeug-Typ. Hinzu kommen die Einbaukosten, die ebenfalls stark vom Autotyp abhängen. Für einen einfachen Einbau sind laut Leue 35 bis 40 Euro Montagekosten zu veranschlagen. Wird es aufwändiger, können auch 150 bis 200 Euro fällig werden.

330 Euro Zuschuss vom Staat

Kleines Trostpflaster: Diese Kosten reduzieren sich für alle, die ihren Diesel seit Beginn des Jahres nachgerüstet haben oder bis Ende 2009 nachrüsten werden, denn der Gesetzgeber subventioniert den Einbau mit einmalig 330 Euro. Dazu erstellt die Werkstatt über die Nachrüstung ein Abnahmeprotokoll. Mit dieser Bescheinigung muss der Halter zur Zulassungsstelle, die den Einbau in den Fahrzeugschein einträgt. Damit erfolgt eine Information an das Finanzamt, die die Subvention mit der fälligen Kfz-Steuer verrechnet.

Finanziert wird die Subvention durch diejenigen, die sich keinen Filter einbauen lassen. Sie müssen ab sofort vier Jahre lang eine Strafsteuer von 1,20 Euro pro 100 Kubikzentimeter Hubraum zahlen. Für ein Fahrzeug mit beispielsweise einem Hubraum von zwei Litern entstehen so Zusatzkosten in Höhe von 96 Euro.

Manche Fahrzeuge gehen leer aus

Andreas Röse vom TÜV Rheinland kennt ein grundsätzliches Problem beim Einbau der Saubermacher: Nicht für jeden Auspuff gibt's schon den passenden Filter. "Bei manchen Fahrzeugen gibt es zurzeit noch keinen Dieselrußfilter. Ich würde mir dann noch ein wenig Zeit lassen und weiter recherchieren. Es ist durchaus möglich, dass in dem kommenden Zeitraum die Hersteller für das jeweilige Fahrzeug noch einen Filter entwickeln", so Röse.

Auch beim Kauf eines Neuwagens ist der eingebaute Filter noch keine Selbstverständlichkeit. Der Experte von der Fachzeitschrift rät dazu, auf ihn nicht zu verzichten - auch wenn er nur optional gegen Aufpreis erhältlich ist.

Eines sollte beim Abwägen der Vor- und Nachteile eines Dieselpartikelfilters auch nicht vergessen werden: Er reduziert den Partikelausstoß um mindestens 30 Prozent. Über eine grüne Plakette freut sich also in jedem Fall einer: die Umwelt.