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Was kommt wo hinein? Wertstofftonne schluckt mehr Abfall

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Der Müll wird schön säuberlich getrennt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Bundestag bringt das neue Abfallgesetz auf den Weg. Das Ziel: In der neuen Wertstofftonne sollen Plastik- und Metallabfälle gemeinsam gesammelt werden. Das Abfalltonnen-Dickicht kann dadurch entwirrt und die Recycling-Quote gesteigert werden. Doch was kommt in welche Tonne?

Gelbe Tonne, orange Tonne, Biotonne, Hausmülltonne, Papiertonne, Weißglastonne, Buntglas: Wer behält bei jeder erdenklichen Art von Müll noch den Durch- und Überblick? Für den Verbraucher könnte die geplante neue Wertstofftonne für mehr Klarheit sorgen. In dieser sollen Abfälle aus Plastik und Metall künftig in ein und dieselbe Tonne geworfen werden. Die Bundesregierung möchte dafür bundesweit ein neues Wertstoffgesetz auf den Weg bringen. Voraussetzung dafür ist die Reform des Kreislaufwirtschaftsgesetzes, das der Bundestag beschließt Trennzwang und das noch den Bundesrat passieren muss.

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Die Abfälle des Gelben Sacks gehören bald in die Wertstofftonne.

(Foto: dpa)

Ziel der Regierung ist es, bis 2015 die sogenannte Wertstofftonne bundesweit aufzustellen. In einzelnen Regionen wurden die grau-gelben Tonnen bereits in Pilotprojekten getestet. Doch welche Art von Müll darf in die Wertstofftonnen geworfen werden? Neben Verkaufsverpackungen, für die bisher der Gelbe Sack (beispielsweise: Konservendosen, Getränkekartons, Kunststoff-Flaschen oder Styropor-Verpackungen) da war, dürfen auch andere Gegenstände aus Kunststoff entsorgt werden. Beispielsweise Plastikspielzeug, Gießkannen, Klarsichthüllen, Transportboxen oder Schüsseln und Eimer aus Kunststoff. Ebenfalls ist die Tonne für Metalle aller Art da: Töpfe und Pfannen, Badezimmer-Armaturen, Backformen, Bestecke, Werkzeuge und Blechreste etwa.

Elektroschrott landet nicht in Wertstofftonne

Getrennt gesammelt werden soll hingegen weiterhin der Elektroschrott, für den es in Berlin etwa eine orange Tonne gibt. Alte Computer, Toaster oder Fernseher können nach wie vor beim kommunalen Wertstoffhof oder vereinzelt auch im Handel abgegeben werden. Der Elektromüll soll nicht in der Wertstofftonne landen, weil Kabel in der Sortieranlage Probleme bereiten könnten. Zudem besteht die Gefahr, dass auslaufende Batterien Plastikgehäuse mit Säure verunreinigen, so dass diese nicht mehr recycelt werden können.

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Elektroschrott soll weiterhin getrennt gesammelt werden.

(Foto: picture alliance / dpa)

Denn darum geht es auch: Bis 2020 sollen 65 Prozent aller Siedlungsabfälle recycelt und 70 Prozent aller Bauabfälle wiederverwertet werden. "Es geht um die ökologisch beste Lösung", sagte der FDP-Politiker Horst Meierhofer. Die Opposition kritisiert hingegen, das Gesetz sei kein großer Wurf, da die angestrebten Quoten bereits heute schon oft erreicht würden. Die Grünen fordern im Kampf gegen Plastikmüll Abgaben auf Plastiktüten - in Irland sei so die Tütenzahl um 90 Prozent gesenkt worden.

Abfall ist ein lukratives Geschäft

Doch bei dem Gesetz geht es nicht nur um die Umwelt, sondern auch um viel Geld. Wertstoffe einzusammeln ist ein lukratives Geschäft. Wertstofftonne wird aufgestellt Auch Altpapier ist Geld wert. Die Verwertungsbranche mache Umsätze von 50 Milliarden Euro, betont Umweltminister Norbert Röttgen (CDU). Bereits heute würden in Deutschland 13 Prozent der Rohstoffe durch recycelte Abfälle ersetzt.

Deshalb war bei dem Gesetz lange Streitthema, wer die Wertstoffe einsammeln und damit Geld verdienen darf - private Firmen oder die Kommunen. Private Entsorger sollen nun mehr Spielraum erhalten. Sie müssen den Kommunen das Sammeln nur drei Monate vorher anzeigen, es im Gegenzug aber für drei Jahre garantieren. So soll verhindert werden, dass eine Privatfirma den Wertstoff in Zeiten hoher Preise abholt, dies dann aber der Kommune überlässt, wenn die Preise sinken.

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Ein Berg gepresster Altpapierblöcke.

(Foto: picture alliance / dpa)

Bei der Beurteilung, wer den Zuschlag bekomme, seien "die gemeinwohlorientierte Servicegerechtigkeit, die Qualität, der Umfang, die Effizienz und die Dauer der Leistungen zu berücksichtigen", wie es im Gesetzestext steht. Meierhofer sagte, das Gesetz belebe den Wettbewerb zwischen privaten und kommunalen Entsorgungsbetrieben, ohne letztere ins Abseits zu drängen, und verbessere das Recycling.

Quelle: n-tv.de, mit dpa

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