Ratgeber

Strom- und Gasanbieter Wichtige Punkte beim Wechsel

Wenn die Energieversorger an der Preisschraube drehen, sind viele Verbraucher ratlos. Sie fühlen sich machtlos gegenüber ihren Energielieferanten. Dem eigenen Anbieter hilflos ausgeliefert ist allerdings keiner mehr. Während die Konkurrenz auf dem Strommarkt durchaus vorhanden ist, werben auf dem Gasmarkt nur wenige Anbieter um die Gunst des Verbrauchers. Trotzdem lohnt ein Wechsel sowohl beim Strom als auch beim Gasanbieter fast immer - wenn man einige Rahmenbedingungen beachtet.

Wer seinen Anbieter wechseln will, sollte nicht selber kündigen. Wenn der Versorgerwechseln nämlich nicht zum gewünschten Termin klappt, sondern sich um ein paar Wochen verzögert, stuft der bisherige Versorger den Kunden meist automatisch in einen teuren Tarif. Beauftragen Sie den neuen Versorger mit dem Wechsel. Dieser kümmert sich um alles. Es kommt weder zu einer Lieferunterbrechung, noch zum Austausch von Strom- oder Gaszähler.

In jedem Fall müssen die im Vertrag geregelten Kündigungsfristen eingehalten werden. Sind Sie noch Kunde Ihres lokalen Energieversorgers, ist der Wechsel zu einem neuen Strom- oder Gasanbieter in der Regel kurzfristig möglich. Haben Sie sich bei Ihrem lokalen Versorger schon mal für einen anderen Tarif entschieden, können längere Kündigungsfristen und Vertragsdauern gelten. Prüfen Sie also: Wie lange beträgt die Kündigungsfrist.

Die Kündigungsfrist spielt keine Rolle, wenn Ihr Versorger die Strom- oder Gaspreise erhöht. Dann haben Sie zum Zeitpunkt der Tariferhöhung ein außerordentliches Kündigungsrecht. Beachten Sie aber die Fristen, die Ihnen Ihr Versorger in dem Schreiben mitteilt, in dem er Sie über die bevorstehende Preiserhöhung informiert.

Vertragslaufzeit und Kündigungsfristen sollten Sie auch bei Ihrer Entscheidung für einen neuen Anbieter berücksichtigen. Die Vertragslaufzeit sollte nicht länger als ein Jahr und die Kündigungsfrist nicht mehr als zwei Monate betragen. Die Verträge werden generell auf unbestimmte Zeit abgeschlossen, auch wenn keine feste Vertragslaufzeit vorgesehen ist.

Selbst wenn sich die Preise Ihres bisherigen Anbieters und der Konkurrenten zum jetzigen Zeitpunkt nur wenig unterscheiden, kann ein Wechsel lohnen, da der allgemeine Preistrend nach oben geht. Hierbei ist dann wichtig, dass der neue Versorger eine Preisgarantie gewährt. Diese sollte im Idealfall ein Jahr oder länger betragen. Achten Sie in jedem Fall darauf, dass die Preisgarantie bis ins nächste Frühjahr reicht. Insbesondere der Gas- aber auch Stromverbrauch ist in der kalten, dunklen Jahreszeit wesentlich höher.

Einen Überblick über für Sie in Frage kommende Anbieter und Tarife liefern unkompliziert Strom- und Gaspreisvergleiche im Internet. Um dort einen realistischen Vergleich zu erzielen, sollten Sie Ihren ungefähren Jahresverbrauch kennen. (Richtwerte für den Stromverbrauch: Single 1500 kWh, Paar 2500 kWh, Familie 3500 kWh, Großfamilie 5500 kWh; Gasverbrauch: Kleinverbraucher 5000 kWh, Vollversorger (z.B. Einfamilienhaus) 24.000 kWh.) Geben Sie zusätzlich Ihre Postleitzahl an, werden automatisch alle für Sie verfügbaren Tarife angezeigt.

Auch wenn Sie auf den ersten Blick günstiger sind: Nehmen Sie Abstand von Vorkassetarifen. Wenn der Jahresbeitrag nach einem Wechsel bereits abgebucht ist und die Stromlieferung ausbleibt, haben sie wenig Druckmittel in der Hand. Geht der Anbieter während Ihrer Vertragslaufzeit in die Insolvenz, müssen Sie unter Umständen doppelt bezahlen.

Quelle: n-tv.de