Ratgeber

Von Taubenabwehr bis Klavierstimmer Zuschüsse von Vater Staat

Die Steuererklärung hat durchaus ihre Reize. Wer Handwerker ins Haus holt oder haushaltsnahe Dienstleistungen in Anspruch nimmt, kann auch als Mieter Einiges herausholen - man muss nur wissen, wie.

8298081.jpg

Wer das Federvieh vertreiben lässt, kann sich Hilfe vom Fiskus holen.

(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Ob Putzhilfe oder Schornsteinfeger - fast jeder Haushalt nimmt hin und wieder fremde Hilfe in Anspruch, der Mieter genauso wie der Eigenheimbesitzer. Handwerkerarbeiten und sogenannte haushaltsnahe Dienstleistungen lassen sich von der Steuer absetzen und seit letztem Jahr lohnt sich das noch mehr als früher. Ganz unabhängig davon, wie hoch der individuelle Steuersatz ist, ermäßigt sich die Steuer bei Handwerkerleistungen um 20 Prozent der Arbeitskosten, maximal 1200 Euro. Vorher gab es höchstens 600 Euro Steuerrabatt. Bei haushaltsnahen Dienstleistungen, zu denen auch Pflege- und Betreuungsleistungen zählen, können bis zu 20 Prozent der Aufwendungen, insgesamt 4.000 Euro, geltend gemacht werden. Bei Minijobs sind es allerdings nur 510 Euro.

Der Ort ist entscheidend

Die Regelung gilt nicht nur für den Hauptwohnsitz. Auch wenn die Arbeiten in Ferienhäusern oder in der Wohnung des unterhaltsberechtigten Nachwuchses ausgeführt werden, können sie geltend gemacht werden. Dasselbe gilt für das Appartement im Pflege- oder Altenheim. Leistungen in fremden Haushalten werden aber nicht bezuschusst. Das zeigt sich beispielsweise der Tagesmutter: Kommt sie ins Haus, zahlt der Fiskus. Gibt man das Kind bei ihr ab, dann nicht. 

Mieter sollten bei der Steuererklärung ihre Nebenkostenabrechnung bereithalten. Die hilft allerdings nur weiter, wenn der Vermieter die Kosten sorgfältig aufschlüsselt. Bei moderner Hausverwaltungssoftware ist das ohnehin der Fall, ansonsten kann man sich auch eine gesonderte Bescheinigung vom Vermieter geben lassen.

Neun Seiten Leistungskatalog

Soweit so gut – aber welche Leistungen erkennt der Fiskus denn überhaupt an?  Das Bundesfinanzministerium hat jetzt sämtliche Unklarheiten ausgeräumt.  Unter dem etwas sperrigen Titel "Schreiben zur Neuregelung der Abzugsbeträge für Hilfen in Haus und Garten sowie Handwerkerleistungen ab 2009" haben die Beamten genau aufgeführt, welche Dienstleistungen in welcher Form in der Steuererklärung auftauschen dürfen. Von "Abfallmanagement" (innerhalb des Grundstücks als haushaltsnahe Dienstleistung begünstigt) bis "Zubereitung von Mahlzeiten im Haushalt des Steuerpflichtigen" (ebenfalls absetzbar) sind auf neun Seiten fast alle denkbaren Leistungen aufgeführt.

 

Und man findet durchaus Interessantes: Wer sich einen Breitbandanschluss legen lässt, darf das absetzen, Graffitibeseitigung wird ebenso bezuschusst wie das Hausmeistergehalt, die Dachrinnenreinigung und die Waschmaschinen- oder PC-Reparatur. Auch Taubenabwehr oder Klavierstimmerkosten werden anerkannt. Weniger großzügig ist das Finanzamt dagegen bei der Müllabfuhr, bei Architektenleistungen oder bei der Hausverwaltung. Auch Chauffeur oder Leibwächter muss man komplett aus eigener Tasche bezahlen. Zudem kann man keine Kosten geltend machen, die schon eine Versicherung bezahlt hat.

Kein Geld für Schwarzarbeiter

Der Fiskus interessiert sich nicht dafür, wer die Arbeiten ausführt, es muss sich also nicht um einen eingetragenen Handwerksbetrieb handeln. Wichtig ist, dass auf der Rechnung die Mehrwertsteuer ausgewiesen ist und die Zahlung übers Konto abgewickelt wird. Barzahlungen werden nicht anerkannt, schließlich ist das Ziel des Ganzen auch der Kampf gegen Schwarzarbeit. Außerdem zu beachten: Das Finanzamt begünstigt lediglich die Arbeitsleistung, nicht aber die Materialkosten.   

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema