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Fernreiseziele werden bei den Deutschen immer beliebter.
Fernreiseziele werden bei den Deutschen immer beliebter.(Foto: imago/alimdi)
Mittwoch, 07. Februar 2018

Tourismusanalyse 2017: Deutsche werden immer reisefreudiger

Die Deutschen werden oft als Reise-Weltmeister bezeichnet. Dieser Ruf kommt nicht von ungefähr, wie eine neue Studie zeigt. Die Deutschen verreisen immer länger und geben auch mehr Geld aus. Besonders eine Gruppe ist sehr aktiv.

Der Urlaub ist für viele die schönste Zeit des Jahres - und das lassen sich die Deutschen auch einiges kosten. Die Stiftung für Zukunftsfragen hat sich in ihrer "Tourismusanalyse 2017" mit dem Reiseverhalten der Deutschen beschäftigt. Rund 3000 Personen wurden für einen repräsentativen Querschnitt in persönlichen Interviews dazu persönlich befragt.

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Dabei wird ein großes Ergebnis deutlich: Die Deutschen verreisen länger und geben mehr Geld aus (beides sind Höchstwerte). Im Schnitt dauerte eine Urlaubsreise 13 Tage. Durchschnittlich geben die Deutschen rund 1200 Euro für ihren Haupturlaub aus. 58 Prozent der Bundesbürger unternahmen im vergangenen Jahr eine Urlaubsreise von wenigstens fünf Tagen. Dieser Wert steigt damit im Vergleich zum Vorjahr noch einmal um ein Prozent. Das bedeutet, dass immer mehr Menschen verreisen. Es ist der höchste Wert seit zehn Jahren.

Junge Menschen mehr unterwegs

Am reisefreudigsten sind laut den Studienergebnissen die 35- bis 54-Jährigen, von denen 63 Prozent eine Urlaubsreise von wenigstens fünf Tagen unternahmen. Allerdings sank die Reiseintensität dieser Altersgruppe um zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Gegensatz dazu waren deutlich mehr Bundesbürger unter 35 Jahren unterwegs - deren Zahl stieg von 57 auf 61 Prozent.

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Reisen wird durch Billigfluggesellschaften und Airbnb immer günstiger, sodass sich auch junge Menschen mit wenig Geld immer mehr Reisen überhaupt leisten können.

Darüber hinaus werden Fernreisen immer beliebter: Die Studie zeigt, dass noch nie so viele Deutsche in entfernte Urlaubsländer gereist sind wie 2017. Der Wert liegt bei 13,1 Prozent. Besonders beliebt sind dabei die Karibik, Dubai, China, Thailand, Indonesien, Sri Lanka und die Malediven.

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Bei den innereuropäischen Urlaubszielen reist jeder siebte Deutsche nach Spanien. Dahinter folgen Italien und Österreich. Ein großer Verlierer war 2017 erneut die Türkei, da politische Unruhen und Terroranschläge viele Deutsche von ihrem Urlaub hier abhielten - hierher reisten noch 3,6 Prozent. Das Krisenland Ägypten konnte dagegen wieder mehr Urlauber anziehen und sich etwas aus den Negativschlagzeilen herausarbeiten.

Urlaub in Deutschland boomt

Klassische Urlaubsländer wie Spanien und Italien sind nach wie vor beliebt, doch Ferien in Deutschland erfreuen sich besonders hoher Nachfrage: Deutsche Feriengebiete sind die beliebtesten Ziele. Jeder dritte Reisende verbrachte seinen Haupturlaub hier. Laut der Studie konnte Bayern wieder mehr Menschen begeistern und war mit 9 Prozent beliebter als die Küstenregion Mecklenburg-Vorpommern mit 7,5 Prozent.

Auch für dieses Jahr sehen die Wissenschaftler eine Fortsetzung der positiven Entwicklung: "Das Reisejahr 2018 verspricht weitere Zuwächse, wobei die Wahl des Reiseziels weiterhin von der Sicherheitssituation vor Ort abhängig bleibt", fasst Ulrich Reinhardt von der Stiftung für Zukunftsfragen, die von British American Tobacco finanziert wird, zusammen. "Eines aber steht schon fest: Auch 2018 schränken sich die Bürger lieber im Alltag etwas ein, als die besten Wochen des Jahres daheim zu verbringen", so das Fazit des Wissenschaftlichen Leiters.

Quelle: n-tv.de