Reise

Mit U2 auf der Bühne "Heilige Halle des Rock" in Cleveland

Cleveland_Rock'n'Roll Hall of Fame.jpg

Die Pyramide von Cleveland: Entworfen wurde die "Rock'n'Roll Hall of Fame" vom Architekten I.M. Pei.

(Foto: picture alliance / dpa-tmn)

Ruhmeshallen gibt es viele in den USA. Musiker werden an mehreren Orten mit einer "Hall of Fame" geehrt. Cleveland wartet mit der lautesten auf - hier dreht sich alles um Rock'n'Roll.

Die Pyramide von Cleveland: Entworfen wurde die «Rock'n'Roll Hall of Fame» vom Architekten I.M. Pei. (Bild: «Rock and Roll Hall of Fame and Museum»/dpa/tmn)Auch ein Motorrad von Bruce Springsteen gehört zu einer Sonderausstellung, die bis Ende 2010 in der «Rock'n'Roll Hall of Fame» zu sehen ist. (Bild: Eck/dpa/tmn)In der Eingangshalle der «Rock'n'Roll Hall of Fame» empfangen von der Decke hängende Autos die Besucher. (Bild: Rock and Roll Hall of Fame and Museum/dpa/tmn)Auch Pink Floyds «The Wall» wird in der «Rock'n'Roll Hall of Fame» in Cleveland thematisiert. (Bild: Rock and Roll Hall of Fame and Museum/dpa/tmn)

Blick über die Mauer: Auch Pink Floyds "The Wall" wird thematisiert.

"The Boss" Bruce Springsteen, U2, die Rolling Stones und die Beatles: Generationen von Krachmachern sind in der Pyramide am Ufer des Eriesees im US-Staat Ohio zu Hause. Die jugendliche Rebellion der vergangenen 50 Jahre beherrscht die eigenwillige Konstruktion des Architekten I.M. Pei. Die "Heilige Halle des Rock" besteht aus der Eingangspyramide, einem Zylinder und einer Box, die wagemutig über das Seeufer ragt. Außen ist alles aus kühlem Glas und Stahl, innen alles funky und bunt.

John Lennons alte Lederjacke, David Bowies waghalsige Hosen, Jim Morrisons recht ansehnliche Schulzeugnisse und Michael Jacksons berühmter Handschuh sind ausgestellt. "Mir war wichtig, die Wurzeln der Rockmusik zu präsentieren", sagt Jim Henke, der Museumskurator. Dazu gehören Mischpulte und Tonbandmaschinen aus dem legendären Sun Studio in Memphis. Dort wurde Elvis Presley entdeckt, dort kamen Blues-Größen wie B.B. King und Countrystars wie Johnny Cash zu Ruhm.

Bowies erstes US-Konzert

Cleveland_Rock'n'Roll Hall of Fame_eingang.jpg

In der Eingangshalle hängen Autos von der Decke.

(Foto: picture alliance / dpa-tmn)

"Cleveland war innerhalb der Rockszene immer ein Begriff", erklärt Henke. David Bowie gab hier zum Beispiel sein erstes US-Konzert. Alan Freed, ein lokaler Discjockey, machte die Musik in den 50er Jahren im Radio populär. Und als die "Rock'n'Roll Hall of Fame" Mitte der 80er Jahre beschloss, den von ihr geehrten Stars eine Heimat zu geben, war Cleveland entschlossen, das Rockmuseum als Touristenattraktion an sich zu ziehen. Die Stadt und einige Gönner brachten 65 Millionen Dollar auf, und das gab den Ausschlag. In der Konkurrenz mit New York, Memphis und San Francisco bekam Cleveland den Zuschlag.

Die Höhepunkte liegen im Tiefgeschoss: Virtuelle Spielereien und interaktive Abhörkabinen lassen die Besucher die Gegenwart vergessen. Durch 500 Songs lässt es sich surfen und klicken. Wer es nicht schon wusste, lernt zum Beispiel, dass Bob Dylan von Woodie Guthrie beeinflusst wurde und die Beatles von Chuck Berry. Samtgewänder und Schals erinnern an den eigenwilligen Stil von Freddy Mercury und beweisen, dass Fleetwood Macs Steve Nicks eine Wespentaille besaß.

Sgt.-Pepper-Uniform der Beatles

Wie ist Jim Henke bloß an all diesen Kram gekommen, an die gekritzelten Liedertexte und die Sgt.-Pepper-Uniform der Beatles? "Yoko Ono war die erste, die mir alle möglichen Sachen von John zur Verfügung stellte", erzählt der Kurator von den Dingen, die an John Lennon erinnern. "Und das wirkte fast wie ein Köder." Wenn er dann bei ZZ Top, Bono von U2 oder Roger Daltrey von The Who vorsprach, konnte er auf seine Lennon-Beute verweisen. "Das brachte sie dann dazu, auch ein paar persönliche Gegenstände locker zu machen.

Cleveland_Springsteen.jpg

Auch ein Motorrad von Springsteen gehört zur Sonderausstellung.

(Foto: picture alliance / dpa-tmn)

Noch bis Ende 2010 steht Bruce Springsteen in den obersten beiden Stockwerken im Rampenlicht. Die Sonderausstellung "From Asbury Park to the Promised Land" erzählt die Karriere des Arbeiterkindes aus New Jersey. Der "Boss" hat offensichtlich entrümpelt: Sein Küchentisch, an dem er die meisten Songs schrieb, ist in Cleveland ausgestellt, ebenso seine karierten Hemden und die Fender-Esquire-Gitarre von "Born to Run". Dazu kommen die Jeans und das Hemd vom Plattencover.

Höhepunkt des Museums ist eine 3D-Live-Show von U2. Mit der dazu nötigen Brille auf der Nase findet man sich Seite an Seite mit Bono und "The Edge" auf der Bühne in Buenos Aires. Es ist Nacht, es ist laut, und die Musik wummert durch den Magen: "It's a beautiful day".

Quelle: n-tv.de, dpa

Mehr zum Thema